Anlässlich des Jahrestages der Einführung des Biosiegels am 5. September 2001, erklärt Alexander Süßmair, MdB (Die Linke), Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Sprecher für den ländlichen Raum der Fraktion Die Linke:
"Das Biosiegel hat dazu beigetragen, dass Produkte aus dem Ökolandbau, auf Basis eines einheitlichen Standards, einer größeren Zahl von Verbraucherinnen und Verbrauchern zugänglich gemacht wurden. Die Bio-Anbaufläche hat sich dadurch in den letzten Jahren in Deutschland verdoppelt. Durch seine höhere Wertschöpfung für die Erzeuger und eine stärkere Bindung an regionale Kreisläufe, kann der Ökolandbau einen wichtigen Beitrag zur sozialen, ökonomischen und ökologischen Stabilisierung ländlicher Räume in Deutschland leisten.
Nun gilt es, den Ökolandbau weiter zu stärken und aus zu bauen. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung sieht als Ziel 20 Prozent Ökolandbaufläche in Deutschland vor. Dieses Ziel kann mit der aktuellen Agrarpolitik von Frau Ministerin Aigner und der schwarz-gelben Regierung niemals erreicht werden. Nur etwa zweieinhalb Prozent der Forschungsgelder des Bundes im Bereich Agrar gehen in den Ökolandbau. Anstatt die Förderung und Forschung zu verbessern, wurde das Bundesprogramm für den Ökolandbau für andere Formen "nachhaltiger Landwirtschaft" geöffnet.
Wenn der Betrag, der zur Verfügung steht nicht erhöht wird, aber die Anzahl derer, die eine Förderung beantragen können, ist dies faktisch nichts anderes als eine Reduzierung der Mittel. Die Linke fordert auch, 20 Prozent der Forschungsmittel der Ökolandbauforschung zur Verfügung zu stellen. Denn auf wissenschaftlicher Ebene hat der Ökolandbau im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft noch vieles aufzuholen. Frau Ministerin Aigner muss endlich eine tatsachliche Stärkung und Förderung des Ökolandbaus einleiten, damit es nicht wieder mal bei leeren Ankündigungen und schönen Worten bleibt."
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