Das Berliner Unternehmen Ökotopia feiert sein 30-jähriges Jubiläum. Aus der studentischen Kooperative in einem Kreuzberger Hinterhof, die vornehmlich zu Selbstausbildungszwecken Realwirtschaft betrieben, ist mittlerweile ein gestandenes Bio-Unternehmen erwachsen.
Der Hersteller und Fachgroßhändler für kontrolliert-biologischen und fair gehandelten Kaffee, Tee und Kräutertee hat sich als feste Marke in der Naturkostbranche etabliert. Im immer noch selbstverwalteten Betrieb sind heute 14 Personen beschäftigt, auch wenn es keine Studenten mehr sind. 2009 erzielten sie einen Umsatz von 0,95 Millionen Euro. Die Hierarchien sind flach und alle Mitarbeiter haben gleiches Mitgestaltungsrecht. Selbstverwaltetes Handeln bestimmt den Betrieb. Es gibt keine externen Kapitalgeber, denen man verpflichtet ist. Der Betrieb gehört sich selbst. Gewinne fließen stets wieder in die Firma zurück. Durch fairen Handel achtet Ökotopia auf sozialverträgliche Strukturen in den Produktionsländern.
Insgesamt führt Ökotopia 135 Produkte aus fünf Kontinenten. Alle Produkte sind EU-Bio-zertifiziert. Die Qualitätsanforderungen von Ökotopia entsprechen zudem der Selbstverpflichtung und den Werten des Kodex des BNN Bundesverbandes Naturkost und Naturwaren e.V. Ökotopia führt 18 Kaffeesorten, darunter Espresso und auch Getreidekaffee; das Teesortiment von Ökotopia umfasst 110 Sorten.
Lange bevor bekannte Fair-Trade-Siegel entstanden, gründete Ökotopia 1986 mit anderen Fairhandelspartnern die Einkaufsgemeinschaft und Non-Profit-Organisation MITKA (Mittelamerikanische Kaffee Im- und Export GmbH). Sehr früh wurden so Zeichen für die Standards von Fairem Handel und Berücksichtigung der sozialen Strukturen in den produzierenden Ländern gesetzt und praktiziert. Mittlerweile sind zwar 10 Produkte mit dem regulären Fair-Trade-Siegel zertifiziert. Ansonsten verzichtet man aber auf das kostenintensive Fremdlabel. Derzeit arbeitet der Betrieb sogar mit anderen Bio-Unternehmen an einem ganz eigenen Fair-Trade- und Bio-Siegel. Dieses soll speziell für den ökologischen Tee-Anbau in Asien (China, Indien, Sri Lanka) und Afrika (Kenia) Kriterien aufstellen. Im Herbst 2010 soll dieses neue Siegel vorgestellt werden.


