Das bundesweit einheitliche Logo "Ohne Gentechnik" wird künftig von der Wirtschaft vergeben. 31 Unternehmen und Verbände haben heute einen entsprechenden Verband gegründet.
31 Unternehmen und Verbände der Lebensmittelindustrie gründeten am Dienstag in Berlin einen entsprechenden Verband, der die Nutzungsrechte von der Bundesregierung übernimmt.
"Der Verein ist künftig für die Vergabe und die Verwaltung des Logos zuständig", erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Zu den Gründungsmitgliedern zählen die verschiedensten Branchen der Lebensmittelkette - von Erzeugern wie der Upländer Bauernmolkerei bis zu Einzelhandelsunternehmen wie Tegut.
Verbraucherschützer wollen positiv-Kennzeichnung
Das grüne Viereck mit einer dreiblättrigen Pflanze und dem Schriftzug "Ohne Gentechnik" war im vergangenen Jahr eingeführt worden, um auf freiwilliger Basis gentechnikfreie Lebensmittel zu kennzeichnen. Viele Verbraucherschützer wollen allerdings einen verpflichtenden Hinweis auf die Verwendung von Gentechnik, was bislang jedoch von der EU blockiert wird.
Aigner: Nationale Variante als Zwischenlösung
Aigner versicherte, die Bundesregierung wolle in Brüssel mit der Forderung nach einer "Positiv-Kennzeichnung" erneut vorstellig werden. Da sich dies aber Jahre hinziehen könne, bleibe derzeit nur eine freiwillige Regelung auf nationaler Ebene.
Happach-Kasan: Ohne Gentechnik-Logo ist Verbrauchertäuschung
"Die 'Ohne Gentechnik'-Kennzeichnung ist und bleibt eine Verbrauchertäuschung und sollte so schnell wie möglich wieder eingestampft werden", kritisiert hingegen die ernährungs- und landwirtschaftspolitische Sprecherin der FDP, Christel Happach-Kasan. Das "Ohne Gentechnik"-Logo sei ein Projekt der großen Koalition. "Wir wollen eine Positivkennzeichnung, so wie es auch im Koalitionsvertrag festgehalten ist. Dadurch sollen alle Lebensmittel, die mit Gentechnik in Berührung gekommen sind und auch Produkte die von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, gekennzeichnet werden", fordert die FDP-Politikerin.


