Total baff sind der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft und der Strukturförderverein für ländliche Entwicklung in Dobra. Am Samstag hatten sie erstmals zu einem Open-Air-Lokal geladen. Der Besucheransturm war enorm. Kein Wunder, dort gab es nur Bio-Produkte. Besonders beliebt war das Sattelschwein. Obwohl es fast dreimal so groß wie ein Spanferkel ist, war es ratzefatz verputzt.
Ein Schlaraffenland hatten die Organisatoren des Open-Air-Lokals nördlich von Dobra veranstaltet. Gebackenes Sattelschwein, Heidelamm, Wild und Berge von Obst und Gemüse zogen unerwartet viele Gäste aus der Umgebung an. Jeder wollte die vielen heimischen Produkte für insgesamt 8,50 Euro am Samstagabend in der Hofmosterei kosten. "Solange der Vorrat reicht", hatte man deshalb schon vorsichtshalber auf die Einladung geschrieben, denn nach nicht einmal zwei Stunden stellten sich die ersten Engpässe ein.
Andrea Opitz, bei der Naturparkverwaltung des Naturparkes Niederlausitzer Heidelandschaft für die Direktvermarktung regionaler Produkte zuständig, war begeistert. "Wir haben mit so einer Resonanz nicht gerechnet", sagte sie bei dem dichten Gedränge am Tresen. Der Naturpark hatte das Heidelamm und Apfelbier organisiert. Allerdings war das Lammfleisch schon nach 90 Minuten aufgebraucht. "Es geht zu Ende", hieß es auch bei Koch Helmut Hummel von der Cafeteria im Kjellberg-Park Finsterwalde an der riesigen Pfanne des Sattelschweines.
Das in Dobra in der Natur aufgewachsene Tier war fast dreimal so groß wie ein Spanferkel. "Es ist tatsächlich ein Unterschied zu schmecken zwischen Bio und der üblichen Chemie", sagte Hummel, der auch regelmäßig mit seinen Schaukochvorführungen im Pomologischen Garten in Döllingen zu Gast ist. Gastgeber Klaus Richter vom Strukturförderverein für ländliche Entwicklung "Wachstum/Dobra", welcher sich durch die Haltung und Zucht vom Aussterben bedrohter Haustierrassen auszeichnet, staunte auch über die Resonanz. "In der Branche weiß man nie, was einen erwartet. Wir haben mit 100 Besuchern gerechnet und mussten nun massiv Tische, Bänke und Stühle zustellen", sagte er.
Etwa 50 Sattelschweine stehen derzeit auf den Freilandflächen, mit deren Vermarktung gerade erst begonnen wird. Wer mag, kann sich beim Verein auch über alle an der Aufzucht der Tiere beteiligten Einrichtungen, vom Tierarzt, über die Futtermittel bis hin zum Schlachtbetrieb informieren. Auf Grund der großen Resonanz wurde noch am Abend beschlossen, im Herbst zum Abgrillen ein weiteres Schlachtefest zu veranstalten. Der Termin steht noch nicht fest.


