Idylle pur und Ökogemüse sowie Bioobst bietet der Hof Bärenfang im Wald bei Treplin.
2001 erfüllten sich Adelaide Catalano und Markus Ostermann einen Traum. Sie erwarben mitten im Grünen das Objekt "Bärenfang". 2007 begann Ostermann im Nebenerwerb mit dem gewerblichen ökologischen Gemüseanbau. Jeden Sonnabend bietet er mit anderen Biogärtnern in Berlin am Boxhagener Platz seine Waren feil. Am Wochenende luden er und seine Lebensgefährtin zum Hoffest ein. Nach 2009, wo sich die Trepliner schon an der Landpartie beteiligten, öffneten sie zum zweiten Mal ihr Areal für Besucher.
Anna Wasielewski und Fabian Zuber sind mit dem Fahrrad da. "Von Berlin mit dem Zug bis Jacobsdorf und dann hierher mit dem Rad, war gar nicht weit", so die junge Frau. Die beiden Berliner gehören seit langem zu den Stammkunden von Markus Ostermann am Boxhagener Platz. "Wir haben viel Biogemüse getestet, seins ist das Beste", steht für Fabian Zuber fest. Am Marktstand hatten sie tags zuvor vom Fest gelesen. "Wir wollten einfach mal sehen, wo dieses Gemüse wächst", sagt Anna Wasielweski. Die beiden sind begeistert. Das Areal sei einfach traumhaft, sagen sie und versichern, wiederzukommen, vielleicht sogar zum übernachten. Es gibt auch Zimmer.
"Bärenfang" war einst das Ferienlager des Energiekombinates Cottbus. Auch das Kombinat übernahm den Namen, der noch heute an der alten Villa prangt, wenn auch inzwischen etwas verwittert. Ziegeleimeister Albert Große hatte 1926 den Wirtschaftshof errichtet und ihn "Bärenfang" getauft. Nach der Wende stand das Areal lange leer. "Ich wollte schon immer meine eigene Gärtnerei", erzählt Markus Ostermann. Der 45-Jährige arbeitet bei Hannover in einer Gärtnerei. An eigene Flächen sei dort nicht zu denken gewesen. Über die BVVG kam er an den Hof, wissend, dass er viel Arbeit für die Familie bedeutet. "Alle Gebäude und Freiflächen lagen voller Müll", erzählt er. Er habe die ersten Jahre nur gebraucht, um aufzuräumen.
Die Familie, zu der auch die Töchter Paula und Mara gehören ? richtete sich in einem der Nebengebäude ein. In der Villa wohnen zwei Mietparteien. Gerade ist jemand neu eingezogen. Der will mit der Imkerei beginnen. Das ist ganz nach dem Geschmack der beiden Biogärtner, die auch die alte von Albert Große angelegte Streuobstwiese Schritt für Schritt wieder zu Erträgen bringen. "Wir haben schon mehr als 100 neue Obstbäume, vor allem alte Sorten, gepflanzt", erzählt Adelaide Catalano.
Dafür seien Hummeln und Bienen wichtig. Auch auf dem 1,8 ha großen Gemüsefeld blüht es zwischen Salat, Kürbis, Fenchel und Lauch ständig. Markus Ostermann führt übers Feld, erzählt auch, dass er vom Gemüse allein nicht leben kann. Er unterhält einen Schlüssel- und Notöffnungsdienst, seine Lebensgefährtin arbeitet im Wichernheim. Doch er sei zufrieden. Der Markt in Berlin mache Spaß. Vielleicht wird man mal Abo-Gemüse-Kisten anbieten.
Niels Baustian hat im "Bärenfang" ein freiwilliges ökologisches Jahr absolviert, fand dabei zum Beruf. Jetzt absolviert er eine Ausbildung als Gärtner. Noch heute schaut er gern mal vorbei. Er habe viel gelernt, sagt er. Und weiß zum Beispiel, warum über den Möhren und dem Lauch Netze liegen. So nämlich schützt der Biogärtner sein Gemüse vor Schädlingen. "Viele denken, ihre Möhren werden von unten zerfressen", so Ostermann. "Aber die Schädlinge kommen von oben, fressen erst die Feinwurzeln ab und bohren sich dann in die Möhren oder das Lauch."
Solche Tipps gibts ebenso gratis wie die Führungen übers Gelände oder die fröhliche Treckerfahrt. Bei Kaffee und Kuchen kann man die Seele baumeln lassen. Und zum Abschied Biogemüse kaufen.


