Bioland fordert von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner eine klare Position in Brüssel gegen die Aufhebung der Gentechnik-Anbauverbote in Österreich, Frankreich, Ungarn und Griechenland.
Bioland hat heute auf der BioFach in Nürnberg die deutsche Landwirtschafts-ministerin Ilse Aigner aufgefordert, gegen die Aufhebung der Gentechnik-Anbauverbote in den EU-Staaten Österreich, Frankreich, Ungarn und Griechenland zu stimmen. Bioland unterstützt damit die Aktion von Bauern aus diesen vier Ländern, die Aigner heute mit dem Transparent mit der Aufschrift "GMO-free Europe needs Germany" ("Gentechnik-freies Europa braucht Deutschland") konfrontierten. Deutschland wird bei den bevorstehenden Abstimmungen im EU-Umweltministerrat das ?Zünglein an der Waage darstellen?.
"Wir fordern von Ministerin Aigner nur das, was die CSU für Bayern wiederholt gefordert hat, nämlich das Recht auf Selbstbestimmung für gentechnikfreie Regionen. Ein Zwang zum Genmaisanbau durch die EU darf es nicht geben?, so Thomas Dosch, Präsident von Bioland. Bereits zum dritten Mal versucht die Europäische Kommission das österreichische Genmaisverbot zu kippen.
"Aigner muss diesem Frontalangriff gegen die Selbstbestimmung der vier EU-Staaten, aber auch gegen die Wahlfreiheit der in diesen Ländern lebenden Verbraucher und Landwirte entschieden entgegentreten, zumal sie gerade in einem Interview mit der Berliner Zeitung selbst ein Verbot von Genmais in Deutschland prüfen lassen will", erläutert Dosch.
Bioland fordert von Aigner ein sofortiges Anbauverbot des Gentech-Maises MON810 der Firma Monsanto. Angesichts der bevorstehenden Mais-Aussaat muss Ministerin Aigner den überfälligen Schritt jetzt gehen und den Genmais aufgrund von Umweltrisiken und einem ungenügenden Monitoringprogramm verbieten. Der Genmais MON810 ist die einzige in der EU kommerziell ange-baute Gentech-Pflanze. Frankreich, Österreich, Ungarn und Griechenland haben MON810 jedoch mit einem nationalen Verbot belegt und somit im Anbau die Gentechnikfreiheit ihrer Länder abgesichert.
Die Europäische Kommission will diese Anbauverbote aufheben und lässt am 2. März über das österreichische und ungarische und ein paar Wochen später über das französische und griechische Anbauverbot im EU-Umweltministerrat abstimmen. Nur eine qualifizierte Mehrheit dagegen kann den Antrag der EU Kommission zu Fall bringen. Auf Grund der Abstimmungsmodalitäten gilt eine Enthaltung als Zustimmung. Deutschland hat sich bei einer Probeabstimmung bisher enthalten, d.h. faktisch für die Aufhebung des Verbotes gestimmt. Viele Studien weisen auf eine Gefährdung für Mensch, Tier und Umwelt durch die vorhandenen Gift-Gene im Gen-Mais MON810 hin.
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