Aneinanderbauen von Stallabteilen in der Ökohennenhaltung eine "Fehlentwicklung" (topagrar.com) | Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau e.V. Online Einkaufsführer Newsletter Veranstaltungskalender


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05.02.2018 - Aneinanderbauen von Stallabteilen in der Ökohennenhaltung eine "Fehlentwicklung" (topagrar.com)

Die durch die EU-Ökoverordnung gedeckte Möglichkeit, mehrere Stallabteile mit jeweils 3 000 Legehennen zuzulassen, wertet die Fördergemeinschaft ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) als Fehlentwicklung.

Im Ergebnis werde die Bioeierproduktion für den konventionellen Handel von größer skalierten Anlagen mit vier bis sieben Stallabteilen pro Stallgebäude dominiert, weil diese aufgrund niedrigerer Investitions- und Personalkosten billiger produzieren könnten, erklärte die FÖL. Häufig würden diese Ställe sogar mit der "Massentierhaltung" in Verbindung gebracht. Richtig daran sei, dass hinter diesen Stallanlagen eine gewisse "industrielle Logik" stecke, weil zwar die gesetzlichen Mindestanforderungen eingehalten würden, dann aber das Motiv der preisgünstigen Produktion vor dem Wohl des Huhns stehe.

Das eigentliche Problem sei nicht die Unterbringung im Stall, denn es sei dem Huhn egal, ob seine Artgenossen hinter einer Wand oder in einem anderen Stall die gleichen Bedingungen vorfänden, so die FÖL. Das Problem liege vielmehr in der Begrenzung des Auslaufs. Da das Huhn ein Fluchttier sei, wage es sich aus Angst vor Habicht und Adler nur dann weiter als 10 m bis 15 m vor den Auslauf, wenn es sich unter Bäumen oder Sträuchern verstecken könne. Praktisch werde daher nur die Fläche im unmittelbaren Auslaufbereich genutzt. Dies führe dazu, dass diese rasch kahlgefressen sei. Hinzu komme, dass sich in dem so entstehenden Staub-Kot-Bad nicht nur Keime, Bakterien, Flöhe und andere Schädlinge konzentrierten, sondern auch Nitrat ins Grundwasser ausgewaschen werden könne.

Könne ein Huhn in einem freistehenden 3.000er-Stall die gesamte Fläche um den Stall herum nutzen, stehe in den Mittelabteilen der großen Ställe mit der Vorder- und Rückseite nur die Hälfte der nutzbaren Auslauffläche zur Verfügung. Die meisten Anbauverbände haben deshalb laut FÖL deutlich strengere Standards: So erlaube Demeter seit jeher nur maximal 3.000 Hennen pro Stallgebäude; bei Bioland seien es 6.000 Tiere, wobei die beiden Hühnerabteile mit einem Versorgungsgebäude voneinander getrennt sein müssten, um auch den Auslaufbereich zwischen den Stallabteilen zu garantieren.