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19.10.2009 - Auch der Bauer soll in Zukunft ein Klimaschützer sein (Welt Online)

Die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN), Beate Jessel, hat an die künftige schwarz-gelbe Bundesregierung appelliert, die Landwirtschaft stärker in die Klimapolitik einzubinden.

"Die Landwirtschaft muss mehr zum Klimaschutz beitragen", sagte Jessel der WELT. Rund 13 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland stammen derzeit aus der Landwirtschaft, entweichen aus Ställen oder frisch gepflügten Böden. Ein verändertes Klima aber werde auch zur Bedrohung für die Artenvielfalt in Deutschland. Landwirtschaft, Klimawandel und der Erhalt der biologischen Vielfalt gehörten zusammen und sollten "zu einem Schwerpunkt der Umweltpolitik der nächsten Legislaturperiode werden", heißt es in einem Strategiepapier des BfN, das heute veröffentlicht wird.

Die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN), Beate Jessel, hat an die künftige schwarz-gelbe Bundesregierung appelliert, die Landwirtschaft stärker in die Klimapolitik einzubinden. "Die Landwirtschaft muss mehr zum Klimaschutz beitragen", sagte Jessel der WELT. Rund 13 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland stammen derzeit aus der Landwirtschaft, entweichen aus Ställen oder frisch gepflügten Böden. Ein verändertes Klima aber werde auch zur Bedrohung für die Artenvielfalt in Deutschland.

Landwirtschaft, Klimawandel und der Erhalt der biologischen Vielfalt gehörten zusammen und sollten "zu einem Schwerpunkt der Umweltpolitik der nächsten Legislaturperiode werden", heißt es in einem Strategiepapier des BfN, das heute veröffentlicht wird. Es beschreibt, welche Maßnahmen aus Sicht des Naturschutzes dringend notwendig sind, um den weltweiten Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Im Zentrum steht dabei eine Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik. Die EU-Gelder sollten nicht länger nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden, fordert Jessel. "Brüssel muss die Vergabe der Fördermittel stärker an Auflagen zum Klimaschutz koppeln." So speichern Grünland und Moore besonders viel Kohlendioxid (CO2), ihr Erhalt sollte daher gefördert werden.
Auch der ökologische Landbau fördert die CO2- Speicherung im Boden. Die für 2013 geplante EU-Agrarreform biete die Möglichkeit, entsprechende finanzielle Anreize zu schaffen, heißt es in dem BfN-Papier. Leistungen der Bauern zum Erhalt bestimmter Landschaften wie Bergweiden oder Streuobstwiesen sollten künftig mit Steuergeldern honoriert werden.

Aber auch die Waldbesitzer sieht Jessel in der Pflicht, sich stärker für den Klimaschutz zu engagieren. Je naturnaher ein Wald bewirtschaftet werde, desto mehr CO2 könne er speichern. "Der Schutz der Wälder ist wichtig, um das globale Klima zu stabilisieren", sagte Jessel. Entsprechende Maßnahmen könnten über einen neu einzurichtenden "nationalen Waldnaturschutzfonds" finanziert werden. Gleichzeitig müssten die Wälder mit Blick auf die zu erwartenden Klimaveränderungen so umgebaut werden, dass sie auch besonders trockene Sommer unbeschadet überstehen.