Quiekende Sattelschweine, Bio-Popcorn, deftiges Fleisch auf dem Grill und fröhliches Treiben auf der Festwiese – zum siebten Mal setzen die Kuhhorster ihren Maikranz.
Auch der Neuruppiner Discjockey Wolfgang Freese ist gestern mit seinen Lautsprecherboxen angereist und hat den passenden Sound mitgebracht: Jürgen Drews schwärmt von einem Bett im Kornfeld.
Für den Standortleiter Helmut Schattka ist es erst das zweite Maifest, das unter seiner Leitung auf dem Ökohof stattfindet. Seit September 2009 ist er Chef der sozialen Einrichtung. Bei der Organisation hat er auf Bewährtes gebaut, allerdings liegt diesmal die große Wiese im Mittelpunkt des Geschehens. "Wir haben sie aber nicht ganz gemäht, damit die Butterblumen alles noch etwas auflockern. Schließlich sind wir ein Ökohof." Neu ist in diesem Jahr auch der 14,30 Meter hohe Kiefernstamm, an dem später der Maikranz aufgehängt wird. "Der alte war bereits ziemlich morsch", sagt Helmut Schattka.
Seine anfängliche Aufregung hat sich mittlerweile gelegt, alles klappt wie geplant. "Eigentlich werde ich gar nicht gebraucht", stellt er fest und hält ein Schwätzchen mit Freunden, die sich gerade die grüne Bärlauchsuppe schmecken lassen. "Die Zutaten wachsen dort hinten in unserem Gutspark", sagt er. Bereits eine Stunde nach Beginn des Festes werden die Parkplätze knapp. Die meisten Autos haben ein Berliner Kennzeichen. Aber auch aus Oberhavel und dem Havelland sind viele Besucher gekommen. In Kuhhorst können sie tiergerechte Landwirtschaft hautnah erleben.
Berthold Gimm, Leiter für Ackerbau und Viehzucht, muss an diesem Tag viele Fragen beantworten. Die Städter wollen ganz genau wissen, wie lange ein kleines Sattelschwein Muttermilch bekommt und wie die Besamung der Kühe vor sich geht. Die Attraktion im Schweinestall ist eine Sau mit elf Jungen. Diese sind zwei Wochen alt und versuchen gerade, an die milchspendenden Zitzen der Mutter zu gelangen.
Neben den vom Aussterben bedrohten Deutschen Sattelschweinen und schwarzbunten Niederungsrindern leben auf dem Ökohof neuerdings auch rote Duroc-Schweine. Eine Rasse aus den USA. "Wir müssen schließlich auch an unsere Fleischkunden denken", sagt Berthold Gimm. "Während der Fettanteil bei den Sattelschweinen etwa ein Drittel beträgt, sind die Duroc-Schweine wesentlich magerer."
Fettärmer ist auch der neue Joghurt, der sich noch in der Erprobungsphase befindet, am Sonntag aber bereits emsig gekostet wird. Käserei-Leiterin Susann Breite entwickelte ihn eigentlich mehr zufällig: "Ich hatte noch etwas Joghurt übrig und wusste nicht wohin damit", erzählt sie. Sie ließ ihn über Nacht abhängen und verfeinerte ihn mit einigen Zutaten.


