Vor zwei Monaten musste die Berliner Bio-Fast-Food-Kette "Gorilla" Insolvenz anmelden, seit gestern sind alle vier Filialen (zwei in Mitte, je eine in Charlottenburg und Zehlendorf) geschlossen.
Insolvenzverwalter Torsten Martini von der Anwaltskanzlei Leonhardt, Westerhelle & Partner war zu diesem Schritt gezwungen, "weil jeder Weiterbetrieb der Filialen ein monatlichen Verlust von 80.000 Euro" bedeutet hätte. Allein die Personalkosten für die zuletzt 56 Mitarbeiter lagen bei etwa 100.000 Euro pro Monat. Martini hatte in den vergangenen acht Wochen vergeblich versucht, das gesamte Unternehmen oder Teile davon an einen neuen Investor oder einen Mitbewerber zu veräußern. Vergeblich.
Lediglich für die Zentralküche des Unternehmens im DRK-Klinikum Westend konnte der Insolvenzverwalter einen Interessenten finden, das seit Mitte Juni neu in Berlin ansässige und expansionswillige Bio-Fast-Food-Restaurant "Supergood" mit derzeit einem Restaurant an der Friedrichstraße 103 am Bahnhof Friedrichstraße. Zehn einstige Gorilla-Mitarbeiter werden dort übernommen.
Zumindest für Branchenkenner war das Scheitern des Berliner Bio-Fast-Food-Pioniers Matthias Rischau mit seinem 2006 an der Knesebeckstraße gestarteten Gorilla-Konzepts absehbar. Die Zahlen, die dem Insolvenzverwalter vorliegen, bestätigen die dramatische Situation des Unternehmens, das "nie schwarze Zahlen geschrieben hat". Martini: "Ein dogmatisches Foodkonzept, ein fehlendes Randsortiment und vor allem Gehälter für die Mitarbeiter, die in etwa doppelt so hoch wie branchenüblich waren, haben einen wirtschaftlichen Betrieb des Unternehmens unmöglich gemacht."
Hinzu kamen "gravierende Managementfehler" und die seit längerem deutlich verschärfte Konkurrenzsituation in der Bio-Food-Branche. Befördert durch die allgemeine Krise der Gastronomie war Gorilla letztlich so nicht mehr zu retten.


