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19.01.2011 - Bio-Markt in Berlin-Brandenburg: Fakten und Trends (FÖL)

Bio-Produkte sind in der Metropolenregion Berlin-Brandenburg weiterhin sehr erfolgreich: Nach Erhebungen der FÖL verzeichnet der Fachhandel mit ca. 12% wieder ein erfreulich zweistelliges Wachstum.

Der positive Schwung geht dabei zum großen Anteil von den Bio-Supermärkten aus. Der Umsatz des Berliner Marktführers Bio Company (16 Filialen in Berlin, 1 in Potsdam und 1 in Glienicke) erhöhte sich um 17%, selbst auf den vorhandenen Verkaufsflächen wuchs der Umsatz um ca. 5%. Mit aktuell 41 Bio-Supermärkten hat die Hauptstadt eine Dichte an Bio-Supermärkten vorzuweisen, die deutschlandweit von keiner anderen Metropolenregion erreicht wird. In 2011 stehen weitere Neueröffnungen an. Insgesamt liegt der Gesamtumsatz des regionalen Fachhandels nach Schätzungen der FÖL mittlerweile bei ca. 150 Millionen Euro.

Strukturwandel gebremst

Kleine Bio-Läden behaupten sich neben Bio-Supermärkten Sehr erfreulich ist auch die Trendumkehr bei den kleinen Bio-Läden: Während in den letzten 3-4 Jahren jährlich 5-8 kleinere Bio-Läden dem gestiegenen Konkurrenzdruck, insbesondere durch die größeren Bio-Supermärkte, nicht gewachsen waren und aufgaben, haben die nunmehr verbliebenen Naturkostgeschäfte auf die neue Situation reagiert und behaupten sich mit stärkerer Profilierung und neuen Angeboten. Beispiele hierfür sind Imbissangebote, Coffee to go, Catering-Angebote oder die Spezialisierung auf Bereiche wie Kosmetik oder Kuchensortiment.

Wachstumsmarkt bei Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung

Da auch im Bereich der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung zunehmend auf Bio gesetzt wird, sind der Hotel- und Gaststättenverband Berlin (DEHOGA Berlin) und die FÖL im August 2010 eine Kooperation eingegangen. Mitgliedsunternehmen des DEHOGA Berlin sollen zukünftig beim Einsatz nachhaltig produzierter  Lebensmittel aus der Region Berlin-Brandenburg bessere Unterstützung erfahren.

"Damit hat die FÖL einen strategischen Partner und Türöffner an der Seite, um die gastronomischen wie gesellschaftlichen Vorzüge von Bio-Produkten noch besser an die Entscheidungsträger in der Gastronomie vermitteln zu können", zeigt sich Michael Wimmer, Geschäftsführer der FÖL, über die neue Zusammenarbeit erfreut. Besonderes Augenmerk wird der Verbindung von Bio + Regional gehören.

Als ersten Schritt möchten die beiden Partner Informationen rund um das Thema Bio in der Gastronomie zur Verfügung stellen. Weitere Kooperationen sind in den Bereichen Seminare, Weiterbildung, Einsatz von Bio-Produkten auf Veranstaltungen des DEHOGA oder gemeinsame Exkursionen zu Bio-Betrieben vorgesehen. Außerdem sollen Kontakte zu Herstellern aus der Region initiiert oder ausgebaut werden.

Spürbarer Anstieg bei den verarbeitenden Unternehmen
Nach Angaben des Brandenburger Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) wurden in Brandenburg in 2010 140.000 ha ökologisch bewirtschaftet, das entspricht einem Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 10,5 % und ist bundesweit Platz 1. Während bei den Erzeugerbetrieben der Zuwachs bei lediglich 1% liegt (von 762 auf 771), ist die Zahl von Unternehmen mit Verarbeitungskapazitäten in der Region um 18% (von 162 auf 180) und damit spürbar gestiegen.

Potenzial für Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Brandenburg

Auf dem Berliner Bio-Markt ist der Anteil regionaler Ware aus Berlin-Brandenburg im Bereich Fachhandel (inkl. Handwerksbetriebe und Direktvermarktung) mit ca. 15% doppelt so hoch wie im konventionellen Bereich (ca. 7-8%).

Aufgrund der regional ausgerichteten Handelsstrukturen und der ausgeprägten Bevorzugung regionaler Ware durch die Bio-Kundschaft wie auch der Naturkost-Einzelhändler könnte dieser Anteil jedoch noch höher sein, wenn ausreichend handelsfähige bzw. verarbeitete Produkte zur Verfügung stünden. Beispiele hierfür sind frisches Gemüse, Tafel- und Beerenobst, Produkte aus geschütztem Anbau (z.B. Tomaten, Gurken, Paprika, Salate und Kräuter in der Übergangszeit) oder eingelagertes Gemüse für die Wintermonate.

Strukturell besteht weiterhin ein Mangel an Verarbeitungsbetrieben. Während Rohstoffe wie Roggen und Rindfleisch in der Region grundsätzlich vorhanden sind, fehlen veredelte Produkte für die Regale der Berliner Bio-Läden. Ob Tiefkühlgemüse, Pizza oder Marmelade: Hier schlummert für das strukturschwache Brandenburg noch ein riesiges Potenzial für Wertschöpfung und Arbeitsplätze im ländlichen Raum.

Regionale Bio-Branche investiert

Die Berlin-Brandenburger Bio-Branche versucht nach Kräften, den steigenden Bedarf gerade des Berliner Fachhandels nach "Bio made in Brandenburg" zu stillen und investierte kräftig entlang der Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Verarbeitung und Handel.

Den mit Abstand größten Impuls erlebt die Entwicklung im Bereich der Milchverarbeitung. Besonders der Gläsernen Molkerei gelang hier ein wichtiger Meilenstein für den Ausbau der Bio-Verarbeitung in Brandenburg. Rund 12 Millionen Euro wurden in den Neubau ihrer deutschlandweit einzigartigen "gläsernen" Schaumolkerei in Münchehofe im Spreewald investiert, mit dem die Produktionskapazität von etwa sechs Millionen kg Bio-Rohmilch pro Jahr auf aktuell ca. 35 Millionen erhöht wurde. Auch Arbeitsplätze wurden geschaffen: Die Mitarbeiterzahl stieg von 17 auf 45 an, es gibt zwei Ausbildungsplätze im Bereich Molkereifach.

Aufgrund des Erfolges in Münchehofe investiert die Gläserne Molkerei in Dechow in Mecklenburg-Vorpommern in eine weitere, vergleichbar große gläserne Produktionsstätte.

Seit Januar 2010 verarbeitet die "Soziale Milchwirtschaft" der neuen Bio-Molkerei Lobetal in Biesenthal auf 1.500 qm jährlich 1,6 Millionen Liter Rohmilch aus den eigenen Landwirtschaftsbetrieben der Hoffnungstaler Anstalten, in einem Jahr soll das Volumen auf vier Millionen Liter steigen. Auf den Markt sind Joghurt, Weichkäse und traditionelle Milchprodukte unter der Marke "Lobetaler BIO".

Die Investitionssumme betrug 2,7 Millionen Euro. Das Molkerei-Team aus 15 behinderten Menschen, einem Gruppenleiter, einem Molkereimeister, einer Molkereifachfrau und einer Mitarbeiterin im Bereich Vertrieb und Marketing soll bei Erreichen der vollen Produktionsleistung in 2012 um weitere 12 Menschen mit Behinderung und fünf Facharbeiter aufgestockt werden. Besucher können die Abläufe in der Molkerei durch große Schaufenster verfolgen, ein Milchladen komplettiert das Angebot.

Auch das Ökodorf Brodowin reagiert auf die gestiegene Nachfrage. Aktuell entsteht neben dem neuen Hofladen eine neue gläserne Hofmolkerei, die Ende Oktober 2010 Richtfest feierte. Der Einbau der Molkereitechnik erfolgt ab Januar 2011, ab März 2011 kann Brodowin vier Millionen statt der bisherigen 2,5 Millionen Liter der am Berliner Markt besonders gefragten Demeter-Kuh- und Ziegenmilch verarbeiten.

Gemeinschaftsstand in der Brandenburg-Halle
Der Bio-Gemeinschaftsstand in der Brandenburg-Halle 21.a bietet die Gelegenheit, repräsentative Bio-Betriebe der Region mit ihren Neuigkeiten und Spezialitäten kennenzulernen und zu genießen.

Am Stand des BioBackHauses aus Falkensee kann man die neuen Kreationen probieren: Bratkartoffelbrot und Kartoffelapfelbrötchen - Diese und andere Backwaren hat auch das neue Ladencafé in Potsdam im Sortiment, das am 01. März 2011 eröffnet wird. Kunella Feinkost bietet am Stand Lausitzer Leinöl und andere feine Öle und Essige an; der Obst- und Gemüsehof Teltower Rübchen bekocht die Messebesucher mit deftiger Rübchensuppe. Ebenfalls am Bio-Gemeinschaftsstand ist die Gläserne Molkerei aus Münchehofe, die über die Besichtigungsmöglichkeiten informiert und natürlich neue Käsespezialitäten präsentiert.

Neu dabei ist in diesem Jahr die Obstweinkellerei Bestwinus aus Bestensee. Bestwinus, Spezialist für hochwertige Obstweine, stellt seine Kreationen wie Sanddorn-, Wildheidelbeer- oder Ahornwein vor, die die klangvollen Namen Dünenkönigin, Geisterstunde und Goldrausch tragen. Innovationskraft zeigt auch der havelländische Ökohof Kuhhorst, dessen umfangreiche Produktlinie "Die Kuhhorster" neuerdings über den regionalen Naturkostgroßhandel auch im Fachhandel erhältlich ist.

Mehr Informationen zu regionalem Bio auf der Grünen Woche unter:
www.bio-berlin-brandenburg.de.

Den Bio-Gemeinschaftsstand finden Sie in der Brandenburg-Halle 21a, Stand 134-138, Messegelände Berlin. Der Bio-Gemeinschaftsstand wird erneut von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) e.V. in Zusammenarbeit mit den regionalen Anbauverbänden Demeter, Bioland, Naturland und Verbund Ökohöfe Nordost organisiert. Die FÖL agiert als Interessensgemeinschaft, Anlaufstelle und Kommunikationsplattform der ökologischen Lebensmittelwirtschaft in der Region Berlin-Brandenburg.

Der Bio-Gemeinschaftsstand wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (www.oekolandbau.de) gefördert.

Kontakt
Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau
Berlin-Brandenburg (FÖL) e.V.
Michael Wimmer
Marienstraße 19-20
10117 Berlin
Tel.: 030 - 28 48 24 39
Mobil: 0179 - 45 27 147
Fax: 030 - 28 48 24 48
E-Mail: m.wimmer[AT]foel.de
www.bio-berlin-brandenburg.de