Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz vergibt den Umweltpreis an Brandenburger mit herausragendem, ehrenamtlichem Engagement für konkrete, positive Veränderungen in Natur und Umwelt und zur Stärkung des Umweltbewusstseins. Den Preis teilt sich Volker Rottstock mit dem Ehepaar Uhl aus Lauchhammer.
Vor gut drei Jahren gründete Volker Rottstock mit 20 Kollegen die Initiative "Felder ohne Gentechnik im Fläming". Ihm geht es neben dem unüberschaubaren Risiko der Gentechnik für Umwelt und Menschen auch darum, dass Landwirte über die Nachkommen ihrer selber gezüchteten Tiere und Pflanzen weiterhin frei verfügen können. Denn Erbanlagen von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren gehören dem Patentanmelder. Durch die Verbreitung der Gentechnik verlieren die Landwirte auf Dauer ihre unternehmerische Freiheit und begeben sich in die Abhängigkeit von einigen wenigen, großen Konzernen.
Die Mitglieder der Initiative "Felder ohne Gentechnik im Fläming" sensibilisieren und informieren die Bevölkerung über die Gentechnik. Sie besuchen Gruppen und organisieren Feste und Informationsveranstaltungen. Durch beharrliche Überzeugungsarbeit konnten sie in den letzten drei Jahren etliche Landwirte davon überzeugt, auf den schon genehmigten Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu verzichten. Über 60 ökologische und konventionelle Landwirte mit rund 16.000 ha gehören inzwischen zur Initiative. Die Mitglieder verpflichten sich in einer Selbsterklärung, auf ihren Flächen auf gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzgut zu verzichten.
Heike Kruspe, Geschäftsführerin von Bioland Berlin-Brandenburg, freut sich über die Würdigung von Volker Rottstocks Engagement: "Zahlreiche Untersuchungen in den letzten Wochen haben in konventionellem Mais-Saatgut ungewollte Verunreinigungen durch Gentechnik festgestellt, sogar von gentechnisch veränderten Mais-Sorten, die in der EU noch gar nicht zugelassen sind. Das macht einmal mehr deutlich, dass ein Miteinander von Gentechnik und gentechnikfreier Landwirtschaft kaum möglich ist. Deshalb brauchen wir gerade jetzt und in Brandenburg Menschen wie Volker Rottstock, die sich unermüdlich für den Erhalt einer gentechnikfreien Landwirtschaft einsetzten."
Volker Rottstock betreibt auf seinem Biolandbetrieb in Linthe, Ortsteil Deutsch Bork, Mutterkuhhaltung, Getreideanbau, Saatgutvermehrung, Gänsemast und Kartoffelvermarktung. Den Betrieb bewirtschaftet er seit 17 Jahren nach den anspruchsvollen Bioland-Richtlinien.


