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30.06.2011 - Biomanufaktur startet neu (die-mark-online.de)

Am Veltener Havelring wird wieder Biofleisch verarbeitet. Aus der Insolvenzmasse der Manufaktur Velten ist mit der Biomanufaktur Velten (BmV) eine neue Firma hervorgegangen.

"Die Grundauslastung im Werk ist erstmal gesichert", freut sich der neue Geschäftsführer Winfried Koch, der 20 Prozent an der jüngst gegründeten BmV hält. Hauptgesellschafter ist die v.S. Holding van Schoonhoven, die 80 Prozent Anteile an der Stammeinlage von 100.000 Euro besitzt. Diese Firma betreibt den Fruchtexpress Groß Kreutz und das Biogut Schmerwitz. Letzteres ist in der Biofleisch Nordost verankert, mit der die Veltener eine Kooperation eingegangen sind. "Unsere Rohstoffe kommen aus der Region", versichert Koch. Verarbeitet werden Uckermärker Rinder und Havelländische Apfelschweine.

Nach Kochs Angaben hat die Belegschaft der von Matthias Brock geführten Manufaktur Velten das Insolvenzverfahren gut überstanden. Koch gibt an, die 20 Angestellten übernommen zu haben. Nachdem die Grundauslastung des Betriebs gesichert sei, gehe es nun um eine weitere Etablierung am Biomarkt. Produziert wird ausschließlich für Handel und Gastronomie. Werksverkauf und Imbiss, die sich unter Brocks Regie nicht bewährt hatten, wurden abgeschafft.

Mit der Brockschen Insolvenz geht die Gefahr einher, dass die Tradition eines über vier Generationen geführten Familienunternehmens zu Ende geht. Als Brock im April 2008 zur Eröffnung der damaligen Bio Fleisch- und Wurstmanufaktur einlud, kam selbst der damalige Landwirtschafts- und heutige Innenminister Dietmar Woidke (SPD). Allseits herrschte Freude darüber, dass in den acht Monaten zuvor vier Millionen Euro in den märkischen Sand gesetzt worden waren. Der Umzug von Berlin an den neuen Standort war mit zwei Millionen Euro gefördert worden.

Doch die Geschäfte liefen schon bald nicht so, wie Brock es prophezeit hatte. Auch eine Umfirmierung seiner Firma in Manufaktur Velten und ein deutliches Abspecken des damaligen Restaurantbetriebs brachten nicht die dringend benötigte wirtschaftliche Kehrtwende. Mit den Hinterlassenschaften der Firma beschäftigt sich nun ein Insolvenzverwalter. Laut Neuruppins Amtsgerichtssprecher Gerhard Pries beantragte Brock selbst Ende 2010 die Insolvenz. 87 Gläubiger haben fristgemäß Forderungen angemeldet.