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10.06.2011 - Brandenburg bleibt dieses Jahr GenAnbauFrei (Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg)

Wie sich nun herausstellte, wird Brandenburg in diesem Jahr vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verschont bleiben. In den vergangenen Jahren hatte es im Elbe-Elster-Kreis noch vereinzelte Freisetzungsversuche mit gv-Mais (Syngenta) und gv-Kartoffeln (BASF) gegeben. Diese Versuche waren stets begleitet von regionalen Protesten.

"Es freut uns natürlich, dass die Gentech-Konzerne endlich verstanden haben. Die Menschen in der Region Berlin-Brandenburg wollen keine gentechnisch veränderten Pflanzen - nicht auf den Feldern und nicht auf den Tellern", so Christof Potthof vom Aktionsbündnis.

Die Genehmigungen für Freisetzungsversuche der Firmen Syngenta und BASF sind auch dieses Jahr gültig. Eine BASF-Sprecherin teilte jedoch auf Nachfrage des Bündnisses mit, dass der Konzern davon in diesem Jahr keinen Gebrauch machen werde. Syngenta hatte - ebenfalls auf Nachfrage - auf das Standortregister verwiesen; dort sind die nach Genehmigung möglichen Versuche mit gv-Mais nicht eingetragen.

"Allerdings werden die Mitstreiterinnen und Mitstreiter des Aktionsbündnis jetzt die Hände nicht in den Schoß legen", so Potthof weiter: "noch werden zum Teil gentechnisch veränderte Futtermittel eingesetzt. Nicht zuletzt in den südamerikanischen Ländern Argentinien, Brasilien und Paraguay werden diese unter menschenunwürdigen Bedingungen angebaut. Das kann und das wird uns nicht egal sein." Erst vor wenigen Tagen hatte das Bündnis Besuch von Esther Leiva aus Paraguay. Ihre Berichte waren erschütternd.

Gentechnisch verändertes herbizidtolerante Sojabohnen benötigen in großer Menge Pestizide. Diese vergiften Menschen und Umwelt. Gerade in den letzten Jahren wurden mehr und mehr Effekte bekannt. Allein in diesem Jahr wurden von deutschen Nichtregierungsorganisationen bereits zwei Berichte zu Giften veröffentlicht, die in Verbindung mit gentechnisch veränderten Pflanzen stehen. Besonders ärgerlich ist, dass der WWF gemeinsam mit den Mitgliedern des RTRS diese Soja-Produktion auch noch mit dem Label "Nachhaltig" adelt.