Die Ökobauern müssen mit Einschnitten bei der Förderung rechnen. Brandenburg will Förderanträge von Betrieben, die neu auf Ökolandbau umstellen, nicht annehmen. Bestehende Verträge bleiben unangetastet.
Das Land tritt auf die Bremse, weil nicht klar ist, wie viel Fördergeld es künftig von der Europäischen Union (EU) gibt, erklärt Agrarministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Neue Förderverträge hätten eine Laufzeit von fünf Jahren. Aber schon 2014 beginnt die neue EU-Förderperiode, über die noch verhandelt wird. Schade verweist darauf, dass die Einschränkungen nicht nur die Neuanträge der Ökobauern betreffen, sondern zum Beispiel auch die Pflege von Streuobstwiesen oder die extensive Grünlandnutzung.
Michael Wimmer, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL), sieht in dem Förderstopp ein falsches politisches Signal. Höchstens 1.000 Hektar würden wohl auf Öko umgestellt. Bei 140.000 Hektar Ökofläche (Stand Ende 2009) falle das kaum ins Gewicht. Aber die Bauern, die jetzt aus Überzeugung umstellen wollen, könnten verprellt werden.
Angelika Fietze-Glawe in Möthlow (Havelland) ist eine der Betroffenen. Sie will in ihrem Betrieb auf 30 Hektar Ökolandbau betreiben. Gemüse will sie anbauen – für den Berliner Markt. Das Saatgut ist bestellt. Sie geht auf jeden Fall an den Ökostart. Nun aber mit mehr Schulden.
Grünen-Fraktionschef Axel Vogel forderte die Landesregierung auf, den Stopp für neue Anträge aufzuheben. Sie nehme fahrlässig einen enormen Imageschaden für Brandenburg als Spitzenreiter im Ökolandbau in Kauf.


