Regionale Produkte liegen im Trend
Beim Thema Neuheiten setzt die Süßmost- und Weinkelterei Hohenseefeld (Teltow-Fläming) derzeit ganz auf Cider. Dabei kommt der 20-Beschäftigten-Betrieb bei der am kommenden Sonnabend beginnenden Anuga in Köln nicht nur mit der englischen Variante des Apfelweins Cidre daher. Auf der Innovationsliste der weltweit größten Fachmesse der Ernährungsbranche taucht das spritzige Getränk vermischt mit Kohlensäure auch als Erdbeer-Limetten-Mix auf.
Rund 20 Aussteller aus Brandenburg sind diesmal bei der im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Schau vertreten. Mit 6600 Unternehmen und anderen Organisationen der Branche aus 100 Ländern sei die Anuga immer noch die Messe "mit dem stärksten Rücklauf", sagt Kelterei-Vertriebschefin Jana Memmert. Besonders für den Export sei die Schau mit 150.000 Facheinkäufern wichtig. Und der gewinne auch für die Kelterei an Bedeutung, sagt Memmert.
Auf die Einkäufer aus 170 Ländern setzt auch Wolfgang Brasch, der Inhaber der Eis-Zauberei (Eiz) in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin). In 17 Ländern laufen schon die Eismixmaschinen der Rheinsberger, an 60 Standorten wird nach deren Rezeptur der Eiszauber angeboten. Eiz hat sich in die Neuheitenliste der Anuga eintragen lassen. Die 365 Eissorten würden auch in biogerechter Herstellung angeboten, sagt Brasch.
Mit 3.4 Milliarden Euro Erlösen im vergangenen Jahr (326 Millionen Euro mehr als noch 2009) war die Ernährungsindustrie die umsatzstärkste Branche in Brandenburg. In den 161 Verarbeitungsbetrieben sind 12 400 Menschen beschäftigt. Für das märkische Wirtschaftsministerium zähle besonders "die Dynamik der Sparte", sagt Sprecher Steffen Streu. Seit 2006 ist die Beschäftigtenzahl kontinuierlich um insgesamt ein Fünftel gestiegen.
Bestimmte in den vergangenen Jahren noch der Bio-Trend die Anuga, so steht mittlerweile die Regionalität der Produkte im Mittelpunkt des Interesses. "Das entwickelt sich rasant auch in den Supermarktketten", sagt die Managerin des Brandenburger Ernährungsnetzwerks (BEN), Kristin Mäurer. Das vom Potsdamer Wirtschaftsministerium geförderte Marketing-Netz verhilft märkischen Betrieben durch die gemeinsame Organisation zu preisgünstigen Messeständen. Frische und der Vorzug für saisonale Produkte sowie die kürzeren Transportwege seien ein Pluspunkt für regionale Angebote.
Den Trend zu regionalen Produkten kann Messesprecherin Christine Hackmann bestätigen. Allerdings gebe es auch noch eine weitere spürbare Tendenz, nämlich zur schnellen und gut handhabbaren Zubereitung. Auch da kann Brandenburg mit einer Neuheit aufwarten: die ersten Backofengerichte aus der Dose in Deutschland. "Mit Gelinggarantie", wie Klaus Petersen vom Hersteller Dreistern-Konserven in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) sagt.


