Brandenburgs Agrar- und Infrastrukturministerin Jutta Lieske (SPD) ist nur gut drei Monate nach ihrem Amtsantritt überraschend zurückgetreten.
Lieske habe seit Wochen gesundheitliche Probleme und halte sich derzeit in einer Klinik auf, teilte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Mittwoch im Landtag mit. Er habe ihr Rücktrittsgesuch mit großem Bedauern und Respekt entgegengenommen. Nachfolger soll der Staatssekretär im Ministerium, Jörg Vogelsänger (SPD), werden.
Zum Rücktritt der Ministerin hat die Staatskanzlei für den Mittag eine Stellungnahme von Platzeck angekündigt. Lieske soll wegen ihrer Krankheit nach Angaben ihres Hauses seit Ende Januar nur noch sporadisch im Ministerium gewesen sein. Als einen Erfolg ihrer Tätigkeit nennt das Ministerium die Vereinbarung neuer Regelungen mit der bundeseigenen BVVG für die Privatisierung und Verpachtung von Agrarflächen. Die verbesserten Regelungen seien vor allem auf Initiative Brandenburgs zustande gekommen. Als Agrarministerin war sie Mitte Januar auf der Grünen Woche stark eingespannt.
Die 48-jährige Lieske hatte mit der Bildung von Brandenburgs erster rot-roter Regierung erstmals ein Ministeramt übernommen. Sie war am 6. November 2009 vereidigt worden. Die ehemalige Krippenerzieherin und heutige Verwaltungsfachwirtin gehört seit 1990 der SPD an. Sie arbeitete als hauptamtliche Bürgermeisterin ihrer Gemeinde Letschin (Märkisch-Oderland) und übernahm Aufgaben in der kommunalen Verbandsarbeit. Seit 2004 sitzt die Mutter von drei Kindern im Landtag.
Der in Erkner (Oder-Spree) wohnende Vogelsänger ist Diplom- Ingenieur, verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Von 1994 bis 2002 war Mitglied des Brandenburger Landtags, von 2002 bis 2009 saß er im Deutschen Bundestag.


