Auf etwa drei Hektar zwischen Briesen und Guhrow baut der Briesener Öko-Landwirt Jürgen Hanschke nun Holunder an. Blüten und Früchte der insgesamt 1800 Pflanzen sollen in den kommenden Jahren über Naturland unter anderem an den Bionade-Hersteller gehen.
Die ersten 300 Pflanzen hatte Hanschke schon im vergangenen Jahr in die Erde gebracht. Erst wuchsen sie ein Jahr in Töpfen heran, bevor sie auf ein Teilstück am Ortsausgang ausgesetzt wurden. An den nun dreijährigen kleinen Sträuchern dürften in diesem Jahr bereits die ersten Blüten kommen. An eine wirkliche Ernte denkt Hanschke aber noch nicht. "Die müssen erst kräftiger werden", deutet er auf die schmalen Stämmchen, an denen sich derzeit die ersten Knospen leicht öffnen. Bei den neuen Pflanzen dürfte es entsprechend länger dauern. Die zweijährigen Sträucher wurden schließlich in den vergangenen Wochen an ihren neuen Standort nahe dem Guhrower Sportplatz gepflanzt und nun mit einem Zaun vor Verbiss geschützt.
Nur etwa drei bis vier Meter sollen die in Reihen gesetzten Sträucher einmal hoch wachsen, damit die Blüten und die Beeren problemlos von Hand gepflückt werden können. Um den Erntezeitraum etwas zu entzerren, hat Hanschke zwei Sorten gepflanzt: Der Holunder "Sampo" wird etwas früher reif und ist süßer, nimmt aber nur ein Drittel der Fläche ein. Der Rest ist mit der Holundersorte "Haschberg" bepflanzt. Beide Sorten sind relativ anspruchslos. Für extreme Trockenperioden lässt Hanschke trotzdem derzeit eine Bewässerungsanlage installieren, um den Pflanzen Stressphasen zu ersparen und den Ertrag nicht allzu abhängig vom natürlichen Niederschlag zu machen.
In Südbrandenburg gehört Hanschke, der im Haupterwerb vereidigter Sachverständiger für den Landwirtschaftsbereich ist, damit zu den Vorreitern. Holunder wird aber auch im Raum Heinersbrück bewirtschaftet.
Abnehmer für die Blüten im Juni und die Beeren im September soll der Öko-Verbund Naturland sein, der unter anderem auch den Bionade-Hersteller beliefert, so Hanschke. Später könnte auch Holunderwein gekeltert werden, deutet der Briesener eine weitere Verwertung an. Das sei aber abhängig vom Ertrag der Plantage, wo noch vor einigen Wochen das Wasser weitläufig in Senken stand. Der Holunder soll ein ergänzendes Standbein zu dem ökologisch angebauten Getreide, Buchweizen und Hirse, sein, das Hanschke ansonsten anbaut. Insgesamt bewirtschaftet er mithilfe einer Mitarbeiterin 50 Hektar.


