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30.05.2010 - Die Bahn verhunzt Sarah Wieners Kochkunst (Berliner Kurier)

Geschmacksverstärker werden im Speisewagen untergerührt

Wenn Sarah Wiener (47) den Kochlöffel schwingt, kommen nur Öko-Zutaten in den Topf. Dafür steht die TV-Köchin wie keine zweite ihrer Zunft. Und wenn sie Gerichte für die Bord-Bistros der Deutschen Bahn entwickelt, erwarten die Kunden natürlich auch Bio-Kost. Der Schein trügt allerdings, wie die Organisation Foodwatch jetzt enthüllte.

Was die Bahn bei ihrer Aktion "TV-Köche tischen auf!" so serviert, darf man wohl als Mogel-Packung bezeichnen. Statt drei frisch zubereiteter Gerichte, wie es die Werbung mit Wiener nahelegt, landet Industrie-Kost auf dem Teller. Dabei will niemand bezweifeln, dass für ihre Original-Rezepte nur frische Zutaten nötig sind. Aber im Speisewagen isst der Kunde eben doch die ganze Palette ungesunder Zusatzstoffe, von denen Speisekarte und Verpackung schweigen.

So verschlug es den Verbraucherschützern den Atem, als sie Wieners "mit Kerbel-Pesto gefüllte Schweineroulade" genauer unter die Lupe nahmen. Das Verdickungsmittel Xanthan war genauso darin wie Geschmacksverstärker, gehärtetes Palmfett, Zitronensäure und Hefeextrakt. Davon hat die Star-Köchin, die drei Lokale in Mitte und Tiergarten betreibt, aber offenbar nichts gewusst. Sauer sagt sie: "Es war vereinbart, dass Rezept-Änderungen mit mir abgesprochen werden." Geschehen sei das allerdings nicht!

Die Bahn kontert, Wiener habe alle in Groß-Küchen nachgekochten Gerichte freigegeben. Trotzdem will das Unternehmen sein Gourmet-Angebot bis Juni überarbeiten ...