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08.12.2010 - Die Biobranche 2010 (oekolandbau.de)

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) e.V. informiert in "Zahlen, Daten und Fakten - Biobranche 2010" über die aktuellen Zahlen und Entwicklungen des nationalen Biomarktes.

Bio und Regionalität liegen im Trend. Daher ist es erfreulich, dass die Anzahl der Landwirte zunimmt, die diesem Kurs folgen und ihre Betriebe auf ökologischen Landbau umstellen. Im Jahr 2009 stieg die Anzahl der Biobetriebe auf deutschem Boden um 1.185 auf mehr als 21.000 Betriebe; das entspricht einem Zuwachs von sechs Prozent. Darüber hinaus erhöhte sich der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche um etwa fünf Prozent auf über 950.000 Hektar.

Wie sieht es in anderen Bereichen des Biomarktes aus? Wie entwickeln sich die Erzeuger- und Endverbraucherpreise? Welchen Umsatz verzeichnen Biolebensmittel im Lebensmitteleinzelhandel? Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) gibt Antworten auf diese Fragen. Alljährlich veröffentlicht der Spitzenverband landwirtschaftlicher Erzeuger, Verarbeiter und Händler ökologischer Lebensmittel in Deutschland die aktuellen Zahlen und Entwicklungen des nationalen Biomarktes. Auf 36 Seiten bietet die Broschüre "Zahlen, Daten, Fakten: Die Bio-Branche 2010" einen umfangreichen und dank der Grafiken und Tabellen auch schnellen Überblick über die ökologische Lebensmittelwirtschaft in Deutschland.

Wachstum im deutschen Biolandbau
Neben der Anzahl der Biobetriebe und -flächen verzeichneten auch die Getreideproduktion und die Tierhaltung Zuwächse. Der Anteil der Getreideanbauflächen erhöhte sich 2008 im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent. Ferner wurden 25 Prozent mehr Bioschweine geschlachtet als 2007. Rund 250.000 Schweine aus ökologischer Erzeugung wurden zu Wurst- und Fleischwaren verarbeitet. Gemessen an der bundesweiten Schweineschlachtung entsprach dies jedoch nur einem Anteil von 0,6 Prozent.

Mit einem Zuwachs von acht Prozent bei den Mutterkühen war der Anstieg in der Fleischrinderhaltung nicht ganz so hoch. Auch der Biomilchmarkt wächst. Im Jahr 2008 erhöhte sich die Milchanlieferung um 8,7 Prozent auf 461.000 Tonnen und stieg im Zeitraum von Januar bis Oktober 2009 um weitere 15 Prozent an.

Preis- und Umsatzentwicklung bei Biolebensmitteln
Der Biomarkt hat sich in unterschiedlichen Bereichen mittlerweile von einem Nachfragemarkt zu einem Angebotsmarkt entwickelt. Der Anstieg der ökologischen Lebensmittelproduktion machte sich insbesondere bei den Erzeugerpreisen für pflanzliche Produkte und Milch bemerkbar. Bei Biogetreide, -kartoffeln und verschiedenen Gemüsearten ließ sich ein deutlicher Preisrückgang erkennen.

Die niedrigen Erzeugerpreise schlugen sich auch auf die Endverbraucherpreise nieder. Fleisch und Eier sind zwar teurer geworden, jedoch gab es 2009 starke Preisrückgänge bei Gemüse. Beispielsweise waren Gurken, Paprika, Möhren und Zwiebeln aus ökologischer Erzeugung im Lebensmitteleinzelhandel jeweils über zehn Prozent günstiger zu haben als im Vorjahr. Bei Kartoffeln betrug der Preisrückgang sogar 18 und bei Biomilch 7 Prozent. Auch der Umsatz mit Biolebensmitteln und -getränken hat sich 2009 verringert. Obwohl mehr Bioprodukte gekauft wurden, reduzierte sich der Umsatz aufgrund der niedrigen Preise nach Angaben des BÖLW um etwa 1,1 Prozent.

Weitere Informationen zum Biomarkt in Deutschland, wie etwa über die Zahlungsbereitschaft und das Kaufverhalten von Kunden, gibt es in der Broschüre "Zahlen, Daten, Fakten - Biobranche 2010" (4 MB)