Verunsicherte Verbraucher greifen vermehrt zu Öko-Erzeugnissen
Bio-Eier sind derzeit der große Renner. "Das geht schon heftig ab", sagt Meinrad Schmitt, Geschäftsführer der Terra Naturkost Handels KG in Berlin. Wegen des Dioxin-Skandals würden viele Verbraucher lieber zu Bio greifen. In den ersten drei Tagen dieser Woche habe Terra Naturkost so viele Bioeier ausgeliefert wie sonst in einer ganzen Woche, sagt Schmitt. Er führt dieses rasante Absatzplus zum Teil auch darauf zurück, dass Silvesterurlauber wieder zu Hause sind und dass höhere Temperaturen zum Einkaufen locken. Schmitt, der den Bio-Fachhandel in der Hauptstadtregion beliefert und rund 800 Kunden hat, geht davon aus, dass die Nachfrage nach Bioeiern weiter steigt. Und noch könne man liefern.
An den Bio-Theken der Edeka-Märkte sei ebenfalls eine "verstärkte Nachfrage nach Geflügel und Eiern" festzustellen, so Andreas Laubig, Sprecher der Edeka Minden-Hannover Holding GmbH. Michael Wimmer, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL), spricht von einer Verunsicherung bei den Verbrauchern, die daher "verstärkt zu Bioprodukten greifen". Das sei nicht nur auf Geflügelprodukte und Eier beschränkt. Bio lege insgesamt zu. Wimmer: "Wir erleben momentan einen richtigen Schub."
Damit könnte sich die gute Entwicklung des regionalen Biomarktes weiter fortsetzen, nachdem im vergangenen Jahr die Umsätze um etwa zwölf Prozent gestiegen sind, schätzt der FÖL-Chef. Die Branche profitiere von der öffentlichen Diskussion um Lebensmittelsicherheit, sagt er.
Diese Diskussion dürfte auch auf der Internationalen Grünen Woche, die am 21. Januar in Berlin startet, geführt werden. Brandenburg werde mit seinem Messeauftritt "offensiv für den Verbraucherschutz werben", kündigte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) gestern in Potsdam an. Er sei "überzeugt davon, dass wir in der Brandenburger Landwirtschaft zu 100 Prozent gute Produkte haben".
In der Brandenburg-Halle 21a werden 70 Aussteller sowie 150 zusätzliche Anbieter, die nur tageweise auf der Messe sind, für Erzeugnisse aus der Mark werben. "Mit vielen Ideen und viel Engagement", so Vogelsänger, wolle man die Besucher auf Brandenburg neugierig machen. Das Land gibt für seinen Auftritt auf der Agrarmesse rund 780.000 Euro aus. Das sind etwa 100.000 Euro mehr als im Vorjahr. Vogelsänger verwies auf höhere Wasser- und Strompreise, die die Mieten für die Messestände steigen ließen. Die ausstellenden Unternehmen zahlen insgesamt 180.000 Euro für ihre Messeteilnahme.


