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11.07.2011 - Ehec - Importstopp für Bockshornklee aus Ägypten (bio-markt.info)

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) geht mittelerweile davon aus, dass der EHEC-Erreger mit Bockshornkleesamen aus Ägypten importiert wurde, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die EU verhängte ein Importverbot für sämtliche ägyptische Samen und Bohnen.

Zudem sollen alle Lieferungen von Bockshornkleesamen aus der Zeit zwischen 2009 und 2011 vernichtet werden. Insgesamt seien die Samen über verschiedene Lieferwege in elf Staaten der Europäischen Union gelangt. Da möglicherweise noch mit EHEC kontaminierte Sprossensamen im Umlauf sind, raten die Behörden weiterhin vom Verzehr roher Sprossen ab.

Der Inhaber des Bio-Hofes im niedersächsischen Bienenbüttel, der von den Behörden als Verbreiter des Ehec-Erregers eingestuft wurde, hat gegen Verbot, im Betrieb erzeugte Lebensmittel zu verbreiten, Klage eingereicht.  Zudem verlange er die Feststellung, dass die Anordnung, Produkte zurückzuholen, rechtswidrig gewesen sei. Der Inhaber verweise darauf, dass der Ehec-Erreger in keiner der bei ihm genommenen rund 1.000 Proben festgestellt worden.

Die Maßnahmen kämen einer Betriebsstilllegung gleich und seien mit enormen wirtschaftlichen Verlusten bis hin zur Insolvenzgefährdung verbunden. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) geht lt. FOCUSonline allerdings davon aus, in der nächsten Woche den Betrieb in Bienenbüttel wieder freizugeben. Niedersachsen hat dem Hofbesitzer zudem Landesbürgschaften in Aussicht gestellt.

Auch medizinische Produkte mit Bockshornkleesamen stehen dringend unter dem Verdacht, mit EHEC-Keimen verseucht zu sein, berichet die Berliner Morgenpost. Das Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) teilte mit, dass verschiedene Chargen von Medikamenten und medizinischen Produkten aus dem Arzneimittelhandel gezogen werden. Bockshornkleesamen wird unter anderem als pflanzliches Magen-Darm-Mittel verwendet.