Wer zum Fest wollte, musste erst einmal einen hügeligen, engen Waldweg in Kauf nehmen. Kein Problem für die meisten Besucher. Wurden sie doch auf dem Schleusenhof, der seit Jahren eine Bio-Ziegenkäserei beherbergt, von einer ruhig dahinfließenden Havel begrüßt. Stündliche Kutschfahrten durch die blühende Landschaft und Hofführungen boten die Chance, Käserei und Heide zu erkunden.
Sabine Denell und Hans Peter Dill pachteten das Grundstück 1993. Behördliche Brücken mühsam erklimmend, nahmen sie das Projekt Ziegenkäserei und den Ausbau vom Wohnhaus des ehemaligen Schleusenwärters Schritt für Schritt in Angriff. Vor 15 Jahren kamen dann die Toggenburger, eine robuste Ziegenrasse mit langem Haar. "Der Regen läuft dort besser ab als bei kurzhaarigen Rassen", so Dill. Die Tiere seien bestens geeignet für die Heidepflege. Zu kämpfen haben Sabine Denell und Hans Peter Dill aber nach wie vor. Der Fleischpreis ist niedrig. Selbst im Vergleich zum Schweinefleisch. "Der Käse muss das Fleisch mitfinanziere", berichtete Dill. Eine Ziege gibt pro Jahr etwa 600 bis 700 Liter Milch.
Nach der meditativen Begrüßung der Blütengeister wurden den Gästen auch am Wochenende allerlei Spezialitäten im eigenen Hofladen präsentiert. Regow-Roll, Regower Hügelchen, Zehdenicker Handstrich, Hugenottenlaib, Hirtenknöppe, um nur einige der Käsesorten zu nennen. Dabei ist alles Bio. Der Käse besteht aus unpasteurisierter roher Ziegenmilch. Die Milch wird mit Bakterien angesäuert, eingedickt mit Ziegenlab aus dem vierten Ziegenmagen. Das Abschmecken mit Steinsalz und der Schutz mit Edelpilzkulturen (Rinde) runden die Herstellung ab. Aber nicht nur Käse, auch Ziegenbraten, -steak oder Rippchen wurden den hungrigen Gästen angeboten.


