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16.11.2010 - ELER-Projekt des Monats November: Bio lernen - Wettbewerbsfähigkeit durch Weiterbildung sichern (MIL)

Jeden Monat stellt das Brandenburger Landwirtschaftsministerium ein Förderprojekt in den Mittelpunkt, das vom Agrarfonds ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) unterstützt wird. Das ELER-Projekt des Monats November zeigt, wie Weiterbildung im Bereich ökologischer Landbau eine tragfähige wirtschaftliche Perspektive für viele Betriebe erschließen kann.

"Arbeit, Capital, rohes Material und Intelligenz sind die vier Produktionsfaktoren in der Landwirtschaft", stellte der Begründer der modernen Agrarwissenschaften, Albrecht Daniel Thaer, vor 200 Jahren fest. Das gilt uneingeschränkt auch für den ökologischen Landbau, der im Land Brandenburg seit Jahren stetig wächst. Für viele Betriebe stellt er eine tragfähige wirtschaftliche Perspektive dar. Damit Leiter und Mitarbeiter bestehender oder umstellungsinteressierter Betriebe sich weiterbilden können, werden am Bildungsbedarf orientierte Seminare gefördert.

Die Bewirtschaftung ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und synthetische Düngemittel, die artgerechte Tierhaltung und das Ziel, innerbetrieblich geschlossene Stoffkreisläufe aufzubauen, stellen einen Betrieb - in Neugründung oder Umstellung - vor besondere Probleme. Die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen ist ein Weg, um solche Herausforderungen zu meistern. Die Grundlagen des ökologischen Landbaus sind gegenwärtig nicht in den einschlägigen Ausbildungsordnungen verankert. Dieses Wissen wird berufsbegleitend vom Öko-Landbau-Beratung Versuchs- und Beratungsring Berlin-Brandenburg e.V. vermittelt. Er ist zurzeit der einzige Anbieter, der die Bildungsrichtlinie für eine offene Weiterbildung in Anspruch nimmt.

Motivation für Neugründungen

Erfahrene und kompetente Referenten der Öko-Landbau-Beratung vermitteln seit mehreren Jahren Fachwissen an umstellungsinteressierte Landwirte und Gärtner beziehungsweise an Leiter und Mitarbeiter von ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Denn nur durch Fachkenntnis, können Betriebe bestehen und neue Unternehmen für die Umstellung fit gemacht werden. Im Sinne Albrecht Daniel Thaers wird damit einer der vier wichtigsten Produktionsfaktoren gestärkt und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit beigetragen.

Von Erfahrungsaustausch bis Direktmarketing
Die Themen der Seminare sind vielfältig: Vom Erfahrungsaustausch zur Ernte 2010 über Schädlinge und Nützlinge sowie Pflanzenschutz im ökologischen Obstbau oder Düngemanagement im ökologischen Gemüsebau bis zur erfolgreichen Direktvermarktung auf dem Land und Kostenkalkulation. Die Weiterbildungen sind als Tagesseminare angelegt und werden von 8 bis 15 Teilnehmern besucht. Einerseits steht die Vermittlung von theoretischem und praktischem Fachwissen im Mittelpunkt.

Bei anderen Schwerpunkten geht es vor allem um Gespräche und Exkursionen. Etwa zum Thema Ernte wird der Fokus auf Betriebsbesichtigungen, Einführungsreferat und Gruppengespräche gerichtet. So können Ergebnisse diskutiert und Erfahrungen – beispielsweise zu betrieblichen Ergebnissen unter Berücksichtigung der Niederschlagsmenge, der erreichten Qualität und die Auswirkungen auf Vermarktungserfolge – ausgetauscht werden.

Die bewilligten Mittel werden für die berufliche Weiterbildung im ländlichen Raum eingesetzt. Diese ist bis zu 85 Prozent förderfähig. Der Eigenanteil beträgt dementsprechend 15 Prozent. Die förderfähigen Gesamtkosten beliefen sich auf 60.059 Euro, davon aus dem ELER 51.050 Euro. Der Förderung lag die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung der ländlichen Berufsbildung zugrunde.

Kontakt
Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) Brandenburg
Dr. Jens-Uwe Schade - Pressesprecher
Henning-von-Tresckow-Straße  2 - 8
14467 Potsdam
Tel.: 0331 - 866 800 6
Mobil: 0172 -  392 720 2
Fax: 0331 - 866 83 58
E-Mail: Jens-Uwe.Schade[AT]mil.brandenburg.de
www.mil.brandenburg.de