Bio-Imkerin bringt sechs Bienen-Völker auf ein Feld nach Frankenfelde
Bevor die Bienen gestern ausschwärmten, mussten sie sich erst einmal orientieren, in welche Richtung sie fliegen müssen. "Bei jedem neuen Standort verschaffen sich die Bienen erst einen Überblick", erläuterte Bio-Imkerin Brigitta Schön. Anfangs flogen die Tierchen noch recht zögerlich. Doch nachdem sie die Gegend rund um das Phacelia-Feld nahe Frankenfelde erkundet hatten, waren die sechs Völker in ihren Kisten, die fachmännisch Magazine heißen, kaum zu halten.
Das sechs Hektar große Feld mit den lilafarbenen Phacelia gehört dem Biobauern Andreas Lütteken vom Ökohof in Klinkenmühle. Er hat die Phacelia nicht wegen ihrer Schönheit, sondern zur Bodenverbesserung gepflanzt. "Mit ihrem dichten Wurzelsystem nutzt sie die Nährstoffvorräte im Boden gut aus und gibt diese an die Nachfolgefrucht weiter", weiß der Fachmann zu berichten. Da der Samen der Phacelia-Pflanze recht teuer ist, findet man sie in der Region nicht häufig. Deshalb freute sich die Berliner Bio-Imkerin, als sie erfuhr, dass Lütteken ein solches Feld hat. Phacelien werden gern für Bienen angesät. Die Pflanzen gelten als sehr ertragreich und damit als gute Honigquellen. Ob dies in Frankenfelde gilt, wird sich erst in gut zwei Wochen zeigen. "Auch wenn es hier herrlich blüht, heißt das noch lange nicht, dass auch Nektar fließt", sagte Brigitta Schön, die bisher noch keinen Phacelia-Honig hatte. Alle ihre Honigsorten werden regelmäßig geprüft. Sie werde ohnehin öfter und strenger kontrolliert als konventionelle Imker, berichtete sie.
"Ich bin gespannt, wie der Honig schmecken wird. Natürlich kenne ich Phacelia-Honig, doch der schmeckt von jedem Feld anders", sagte die Berlinerin, die sich seit 30 Jahren mit Bienen und Honig beschäftigt. Ihr Mann brachte sie dazu. Der Diplombiologe hatte sich schon während des Studiums vorgenommen, Bienen anzuschaffen. Als er seine Frau kennenlernte, baute er in ihrem Garten ein Bienenhaus. Doch für sie war es tabu. Deshalb beschloss sie, selbst Bienen zu halten.
Die Magazine in Frankenfelde bleiben solange stehen, bis die Pflanzen verblüht sind oder Andreas Lütteken das Feld bearbeiten will. Schon jetzt steht fest, dass die Zusammenarbeit zwischen Landwirt und Imkerin fortgesetzt wird. Lütteken hat ein Feld mit Buchweizen, für das sich Brigitta Schön auch interessiert. "Buchweizenhonig soll der gesündeste sein", berichtete die Imkerin, die ihre Produkte auf Berliner Märkten anbietet.


