Online Einkaufsführer Newsletter Veranstaltungskalender


Detailansicht
14.09.2010 - Faire Bedingungen für alle (Neues Deutschland)

Sie ist ein Erfolgsmodell: Die "Faire Woche". So erfolgreich, dass sie sich inzwischen auf zwei Wochen erstreckt ? 2010 vom 13. bis 26. September.

Ihr Ziel ist es, den fairen Handel in Deutschland noch weiter ins öffentliches Bewusstsein zu rücken. Denn die Tendenz beim fairen Handel kennt seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. 15.000 gastronomische Betriebe bieten laut des Forums Fairer Handel fair gehandelte Speisen und Getränke an. 2009 gaben die Verbraucher in Deutschland 332 Millionen Euro für fair gehandelte Produkte aus ? mehr als je zuvor.

Je mehr Kunden bereit sind, einen Mehrpreis für fair gehandelte Waren zu zahlen, desto größer das Potenzial für den Süden. Zwiespältig ist hingegen der Verkauf von fairer Ware bei für unfaire Arbeitsverhältnisse bekannten Discountern wie Lidl. Beim Einstieg von Großdiscountern in den fairen Handel ist Vorsicht geboten. Mit ihnen droht der Dumping-Wettbewerb im Einzelhandel auf die Bio-Branche und den fairen Handel überzugreifen. Aber auch manche Bio-Supermarktketten sind mit Niedrigtarifen für ihre Angestellten zu Recht negativ in die Schlagzeilen gekommen: Fair muss für alle gelten.

Fraglos wurden und werden die Lebensbedingungen vieler Produzenten und ihrer Familien verbessert, wenn es hier die Bereitschaft gibt, einen meist nur geringen Aufpreis zu zahlen, der dort in soziale Investitionen fließt. Das reicht sicher nicht, um die Welthandelsordnung aus den Angeln zu heben. Und es sollte auch nicht die Illusion wecken, dass die Ausweitung des fairen Handels einen Ausweg aus der Unterentwicklung bietet. So begrenzt der Ansatz ist: Er zeigt die Richtung an, in die sich die Welthandelsstrukturen verschieben müssten ? hin zu fairen Preisen und Bedingungen für alle ? einschließlich des Personals hierzulande.

Mehr zur Fairen Woche auf www.faire-woche.de