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29.05.2009 - "Fazit ist: Wir sind stark" (Märkische Oderzeitung)

Renate Künast, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, hielt an der FH Eberswalde einen Gastvortrag zum Thema "Nicht auf unserem Teller, nicht auf unserem Acker! Wer profitiert von Agro-Gentechnik?".

Vor fünf Jahren hatten 29 Studenten eine kleine Holzkuh mit Glöckchen und Namen aus ihren Händen erhalten. Renate Künast war damals noch Bundesministerin für Verbraucherschutz und eröffnete den neuen Studiengang Ökolandbau und Vermarktung. Am Dienstag war die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag wieder an der Fachhochschule in Eberswalde. "Nicht auf unserem Teller, nicht auf unserem Acker", so ihr Tenor. Die Hochschule hatte zum Thema Agro-Gentechnik eingeladen. Obwohl die Grünen-Spitzenkandidatin an diesem Ort ohnehin auf breite Zustimmung zählen konnte, legte sie ein volles Programm mit Argumenten gegen den Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen auf.

"Davon profitieren nicht Menschen, sondern ein paar Großkonzerne", sagte sie. "Der Nutzen ist nicht belegt. Der Schaden für die Umwelt aber schon." Mit zahlreichen Forschungsergebnissen widerlegte die Ex-Ministerin das Argument der Fürsprecher, Agro-Gentechnik würde den Einsatz von Pestiziden vermindern. Entweder werde die Pflanze selbst zum Pestizid, mit der Folge, dass andere Organismen geschädigt würden. Oder aber Pflanzen würden gegen Herbizide resistent gemacht - beides sieht sie als "absolute Bedrohung der biologischen Vielfalt". Weitere Probleme seien Antibiotikaresistenzen, Trickserei in der Forschung und verunreinigter Honig, der den Imkern das Leben schwer macht.

Die prominente Grüne sah sich durchaus einem Fachpublikum gegenüber, das überwiegend ihre Argumente teilte. Ohnehin gehört der Barnim zu den gentechnikfreien Regionen, wie Heiner Petersen, Biobauer vom Gut Wilmersdorf, darlegte. Dass die MEGA Tierernährung GmbH, die sich auf dem Eberswalder Hafengelände ansiedelt, auf gentechnisch veränderte Futtermittel verzichte, sei ein gutes Zeichen für die Region. Renate Künast zitierte auch eine Forsa-Umfrage, nach der 78 Prozent der Deutschen kein Genfood auf dem Teller haben wollen. In der Aula hätte die Umfrage sicher einige Prozente mehr ergeben, wie der Beifall für den fundierten Vortrag zeigte. "Fazit ist", vereinnahmte Renate Künast die Gentechnik-Skeptiker: "Wir sind stark."