Wer denkt, Biobauer zu sein hat etwas mit Romantik zu tun, der irrt. "Es ist ein knallhartes Geschäft wie im konventionellen Landbau auch, nur dass wir nicht mit der Spritze gegen das Unkraut zu Felde ziehen, sondern mit dem Hackstriegel", lächelt Jan-Peter Vogel aus Busch und plaudert über seine Frühjahrsarbeit.
Ohne Chemie: Statt zur Giftspritze zu greifen, beseitigt Biobauer Jan-Peter Vogel aus Busch bei Storkow das Unkraut aus seinem Winterroggenfeld mit dem Striegel. Mit dieser Frühjahrsbestellung kommt Vogel in diesem Jahr nicht so richtig in die Gänge. Seine 120 Hektar liegen im Einflussbereich der Groß Schauener Seenkette und des Wolziger Sees. "Beide sind übervoll, der Abfluss ist nicht gewährleistet", klagt Jan-Peter Vogel. Es stehe zwar kein Wasser mehr auf dem Boden, aber er sei noch nass, nur oberflächlich bis fünf Zentimeter Tiefe sei er abgetrocknet. Auf 20 Hektar höher gelegenem Acker konnte er zwar schon den Mist einbringen, aber die anderen Teile seien für ihn nicht befahrbar. "Ich will eine Bodenverdichtung vermeiden, die nur mit riesigem Aufwand wieder rauszukriegen wäre."
Der Buscher Bauer hofft nun auf trockenes Wetter und auf das Sinken des Grundwasserspiegels. "Aber nach letzterem sieht es im Moment nicht aus", ist er realistisch. Die Bodensituation aufgrund des Wassers habe ihm schon Verluste gebracht, "erhebliche auf dem Grünland, weil dort der dritte Schnitt, der Ende September hätte erfolgen müssen, stehengeblieben ist". Seine 50 Rinder starke Muttertierherde konnte nicht abweiden. Auch auf den Winterweizen musste Jan-Peter Vogel wegen der Bodenlage im vergangenen Jahr verzichten. Er konnte nur Winterroggen anbauen. Für dieses Jahr sind Lupine, Gerste und Sommerweizen geplant. "Bis Mitte/Ende März müsste gedrillt sein - jeder Tag später kostet Ertrag", weiß der studierte Landwirt.
Seine Existenz sieht er aber deshalb nicht gefährdet. "So schnell jedenfalls nicht. Es gibt immer mal wieder schlechtere Jahre. Das muss man einkalkulieren. Andere im Oderbruch oder auf den Spreewiesen sind wesentlich schlimmer dran." Neben den Feldfrüchten betreibt der Biobauer auf 0,25 Hektar Gemüseanbau: Möhren, Pastinaken und Salat zum Beispiel. "Da ist die Aussaat bis Ende April, Anfang Mai möglich, auch die Kartoffeln haben noch Zeit", tröstet er sich. Sein Vater Peter Vogel hat im Gewächshaus Paprika, Kohlrabi, Weißkohl, Rotkohl, Tomaten und Kürbis vorgezogen. Die Ernte, so hofft Jan-Peter Vogel, ist dann frühestens im Juni/Juli möglich.
Bei Vogel wird nicht an den Großhandel verkauft. Es geht alles über den direkten Hofverkauf weg, und Salat nimmt ihm auch Matthias Gödeckes Aalhof in Groß Schauen ab. Jan-Peter Vogel vergibt noch Obstbaumpatenschaften für einen ökologischen Obstbaumgürtel um Busch. Infos unter www.buschhof-storkow.de


