Die Galgenfrist für den Teltower Rübchenbauer Axel Szilleweit ist bald abgelaufen. Längst hätte er seinen Betriebsteil an der Ruhlsdorfer Straße räumen müssen. Dort entwickelt die Design Bau AG ein Wohngebiet. Doch bislang hat der Umzug in Gebäude am Schenkendorfer Weg noch nicht stattgefunden.
In der kommenden Woche wollen die Stadtverordneten im Bauausschuss nun beraten, ob der Landwirt den neuen Standort überhaupt nutzen kann. Felix Krekel, Vorstand der Design Bau AG, ist bislang geduldig. "Wir hoffen, dass es jetzt bald eine Lösung gibt", sagte er gestern auf Nachfrage der MAZ. Bislang sei der Umzug angeblich an einer fehlenden Genehmigung des Landkreises gescheitert, "doch wir erwarten natürlich, dass sich in der Sache endlich etwas bewegt."
Ein glücklicher Umstand für Szilleweit ist es bislang, dass Design Bau das Gelände noch nicht an einen Investor weiterverkauft hat. Ein benachbartes Areal sei erst vor wenigen Tagen an ein deutsches Unternehmen gegangen, berichtet Krekel. Ab April 2011 würden dort auf knapp 14.000 Quadratmetern 116 Doppelhaushälften und Reihenhäuser entstehen. Die ersten Häuser sollen im August bereits übergeben werden. Sie rücken nahe an den Öko-Betrieb von Szilleweit heran.
Der Landwirt möchte am Schenkendorfer Weg bestehende Gebäude nutzen. Ende Oktober 2010 hat er einen entsprechenden Antrag an die Untere Bauaufsichtsbehörde gestellt. Dabei geht es insbesondere um die Unterbringung von Geräten, Ackertechnik und zwölf Fahrzeugen. Szilleweit hatte auch beantragt, zwei Bauwagen aufstellen zu dürfen, in denen Wachpersonal untergebracht werden soll. Dies ist von der Bauaufsicht aber abgelehnt worden. Die Behörde gestattet zudem nur die komplette Nutzung eines Gebäudes, bei einem zweiten darf der Landwirt nur einen Teil des Kellers nutzen. Diesem Vorschlag der Kreis-Behörde werden die Teltower Stadtverordneten wohl folgen.
Um dem Öko-Landwirt, der als einer der wenigen Bauern das symbolträchtige Teltower Rübchen anbaut, eine dauerhaftes Bleiberecht am Schenkendorfer Weg zu schaffen, soll laut Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) in einem zweiten Schritt der Flächennutzungsplan geändert werden.


