Seit Jahren dümpelt die Eisenbahnmarkthalle in der Kreuzberger Eisenbahnstraße vor sich hin. Jetzt ist eine Entscheidung über ihre Zukunft gefallen: Der Aufsichtsrat des Noch-Eigentümers, der Berliner Großmarkt (BGM), hat gestern einen Käufer gefunden. "Wir beabsichtigen, die Halle an die Projektgruppe Markthalle Neun zu verkaufen", sagte Aufsichtsratschef und Wirtschaftsstaatssekretär Jens-Peter Heuer.
Bis zum 31. Mai sollen noch einige Punkte des Kaufvertrages geklärt werden, Mitte Juni soll das Geschäft perfekt sein. Um die historische Markthalle im Kiez am Lausitzer Platz hatten sich zwei Investoren beworben. Die Gruppe Markthalle Neun, vier junge Volkswirte und Gastronomen aus Kreuzberg und Prenzlauer Berg, die dort das Restaurant "Meierei" betreiben, bemühen sich seit zwei Jahren um die Halle. Gemeinsam mit Anwohnern wollen sie behutsam, über Jahre hinweg, kleinteiligen Handel etablieren und einen Treff für den Kiez schaffen - mit Kino und Garten.
Das Konzept der Konkurrenz, der Firma Berlin Zauber, war ähnlich, nur sollte alles viel schneller gehen - und ein Öko-Supermarkt sollte einziehen. "Auch dieser Aspekt hat den Ausschlag gegeben für unsere Entscheidung, wir wollten so viel Kleinteiligkeit wie möglich", sagte BGM-Chef Andreas Foidl. Bei den nun folgenden Detail-Verhandlungen über den Kaufvertrag geht es laut Foidl darum, "die Chancen-Risiko-Verteilung zu optimieren". Das heißt, den Investoren, die die Halle für 1,15 Millionen Euro kaufen, darf das Geld für die Entwicklung nicht ausgehen. Eine Investitionsruine will man vermeiden.


