Mit ihrer Biokräuterei verwirklicht sich das Ehepaar Anders aus Lehnitz einen Traum.
"Dieses Jahr ist ideales Wachswetter", ist Matthias Anders zufrieden. Im letzten Sommer stand alles unter Wasser, blickt er zurück. Der Biologe aus Berlin, der mit seiner Frau seit vier Jahren in Lehnitz zu Hause ist, hofft, dass er im 3. Produktionsjahr mit seiner Biokräuterei aus dem Gröbsten heraus ist. Reich werden kann man damit trotzdem nicht. Doch dem Lehrerehepaar am Oberstufenzentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnik in Berlin-Reinickendorf geht es auch weniger darum. Ökologischer Anbau war ihnen schon immer wichtig.
Hinzu komme die soziale Intention. Eine Biogärtnerin hat bereits Arbeit auf dem Kräuteracker in Tiergarten, gleich hinter der Kuhbrücke, gefunden. Und im Moment verdienen viele Sommerhelfer dort ein finanzielles Zubrot. Auch Schülerpraktika in den Fächern Bio und Erdkunde sind hier möglich. Auf insgesamt vier Hektar Ackerland betreibt das Ehepaar Anders im Nebenerwerb den Anbau von Biokräutern und essbaren Blüten. Biologischer Anbau heißt u. a., Ruhezeiten des Bodens einhalten, keine synthetischen Düngemittel ausbringen. "Wir düngen mit Mist." Das lässt die Kräuter natürlich wachsen, aber auch langsamer, "was den Pflanzen einen intensiveren Geschmack verleiht", so Matthias Anders.
Und hier gedeiht alles, was in der Kräuterküche Rang und Namen hat: Petersilie, krause und glatte, Schnittlauch und Oregano, Majoran und Dill, vor allem das beliebte Basilikum in Rot und Grün und Thai-Basilikum, Ysop und Fenchel, Thymian und Koriander. Neben den Klassikern der Küche die essbaren Blüten. Dazu gehören die Kapuzinerkresse, die Blütenstände von Gewürztagetes, Blüten des Kräutersalbei, von Zucchini und Borretsch, Ringelblumen, Kornblumen und Indianernesseln.
Die studierte Lebensmitteltechnologin Gertraude Anders verkauft die zu Pesto verarbeitet Kräuter vor allem auf dem Karl-August-Markt in Charlottenburg. Berlin ist ihr eigentlicher Markt. Aber auch im Naturkostladen "Oranjeboom" im Henriettecenter an der Lehnitzstraße gibt es Pesto Regionale, Genovese und Petersilie. Sie selbst liebt die Wildkräuter, die sie anbaut. Ein Salat aus Sauerampfer, Pimpinelle, Gundermann, Hornveilchen und Portulak. Eine Mischung, die einen irren Duft verströmt.
Das Kräutergartenland
- Das Gartenland liegt am Ruppiner Kanal in Tiergarten nahe der Kuhbrücke und umfasst vier Hektar.
- Die Felder lagen acht Jahre brach, bevor sie 2006 umgebrochen und mit Kräutern, Blumen und Gemüsekulturen bewirtschaftet wurden.
- Der Anbau erfolgt nach ökologischen Gesichtspunkten und unterliegt Kontrollen des Anbauverbandes der EU.
- Zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und zum vorbeugenden Pflanzenschutz gibt es eine vierjährige Fruchtfolge.
- Gedüngt wird durch Anbau stickstoffsammelnder Pflanzen und Ausbringen von Mist und Kompost. Keine chemisch-synthetischen Dünger.
- Angebaut werden Kräuter wie Basilikum, Bohnenkraut, Dill, Petersilie, Rucola, Schnittlauch, Estragon, Koriander, Majoran, Oregano, Portulak, Salbei, Thymian, Ysop und essbare Blüten.
- Infos und Bestellung: Bio-Kräuterei Oberhavel, Hans-Loch-Straße 14, Lehnitz, 03301/57 55 05, 0179/ 7 01 48 02, info[AT]biokraeuterei.de und www.biokraeuterei.de.


