Das Aktionsbündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg hat mit der Unterstützung von Greenpeace-Berlin eine Recherche zu der Verwendung von gentechnisch veränderten Ölen in Berliner Imbissen und Restaurants durchgeführt. Dazu wurden alle zuständigen Stellen in den Berliner Bezirksämtern befragt.
In mindestens acht von zwölf Berliner Bezirken gab es 2009 gastronomische Einrichtungen, die bei der Zubereitung ihrer Speisen gentechnisch verändertes Öl benutzten. In all diesen Bezirken wurden Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht festgestellt. Darunter befinden sich mit Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow auch solche, die für ihre vielfältigen Lokalitäten bekannt und beliebt sind.
Lediglich im Bezirk Spandau kam es nach Angaben des Gesundheitsamtes definitiv zu keinem Einsatz von "Gen-Öl". Aus den übrigen drei Bezirken erhielten wir die Mitteilung, dass Betriebe nur bei nicht ordnungsgemäßer Kennzeichnung registriert worden wären, nicht aber bei gesetzeskonformer Anwendung. Es könnte demnach auch dort zu der Verwendung gentechnisch veränderter Öle gekommen sein. Allerdings gibt es überall dort, wo solche Öle eingesetzt werden, eine Pflicht, darauf hinzuweisen. Das heißt, ob in der Angebotsübersicht am Imbiss oder in der Speisekarte des Restaurants: immer muss eindeutig ersichtlich sein, dass es sich bei der Zutat um die von einer genmanipulierten Pflanze handelt. Dies gilt im Übrigen nicht nur für Öle, sondern für alle Lebensmittel.
Auf Grund fehlender Langzeitstudien und daraus resultierender Unwissenheit über die Folgen von genmanipulierten Pflanzen für Mensch und Umwelt sowie deren Beitrag zur Zerstörung der Artenvielfalt lehnen das Aktionsbündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft, Greenpeace sowie über 70 % der deutschen Bevölkerung Gentechnik in Lebensmitteln ab.
Wie bereits im Dioxin-Skandal zeigt sich auch bei Kontrollen in Restaurants, dass es an Personal fehlt, um den Schutz der Bürger vor genmanipulierten Zutaten in ihrem Lieblingsrestaurant oder dem Imbiss an der Ecke zu gewährleisten. Daher fordert das Aktionsbündnis den Senat dazu auf, mehr Geld in die Sicherheit unserer Lebensmittel zu investieren und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Wir appellieren außerdem an die Gaststättenbetreiber, nur gentechnikfreie Zutaten für ihre Speisen zu verwenden.
Christof Potthof, Mitarbeiter des Gen-ethischen Netzwerks und Sprecher im Aktionsbündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft gibt zusätzlich noch folgendes zu bedenken: "Der Anbau von gentechnisch veränderten Sojapflanzen hat insbesondere in Südamerika schlimme Folgen nach sich gezogen. Menschen werden mit Pestiziden vergiftet, und der Regenwald wird abgeholzt. Das kann den Verbraucherinnen und Verbrauchern hier bei uns in Deutschland nicht egal sein - sie sollten den Einsatz dieser Sorten vermeiden, dafür brauchen sie die Wahl. Wählen können sie nur, wenn entsprechende Verwendung des GV-Sojas auch deutlich gekennzeichnet wird."
Kontakt
Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg
c/o Christof Potthof
Gen-ethisches Netzwerk
Brunnenstraße 4
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Tel.: 030 - 6858 030
E-Mail: kontakt[AT]gentechnikfreies-brandenburg.de
www.gentechnikfreies-brandenburg.de


