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06.08.2011 - Grüne frühstücken ökologisch korrekt (Märkische Allgemeine)

Das war so ganz nach dem grünen Geschmack der Bundestagsabgeordneten Cornelia Behm. Auf dem von Zweigen umrankten Hof an der Badergasse genoss sie Kleinstadtidylle, am Frühstückstisch Bio-Würstchen, Bio-Saft und Bio-Milch.

Auf einer Brandenburg-Rundreise machte das einzige aus dem Bundesland stammende bündnisgrüne Mitglied des Hohen Hauses Freitag bei politischen Freunden in Mittenwalde Halt. Vorher war Behm rein privat durchs Baltikum gereist und eine Radel-Tour an der Elbe plant sie noch. "Doch widme ich mich in der parlamentarischen Sommerpause natürlich auch politischen Anliegen", begründete sie ihr Kommen.

Am reich gedeckten Tisch drehte sich das Gespräch zwangsläufig ums Essen. Kochen wie Großmutter es tat, sei nicht weit verbreitet, bedauerten die Speisenden. "Viele wissen schon nicht mehr, wie aus Möhren ein Eintopf werden kann", meinte Politikfrau Behm. "Deswegen sollten Schulkindern dafür Kurse angeboten werden", stimmte ihr Lutz Krause von Pro Bürger zu, dem der Besuch der Berliner Prominenz in seinem Bürgermeister-Wahlkampf ausgesprochen gelegen kam. "Auch sollten Kitas und Schulen Essen selbst zubereiten", fügte er hinzu.

Schon vor der Zeit, in der alle Parteien ihr grünes Gewissen entdeckten, so Krause, habe seine Bürgerbewegung entsprechende Themen in Angriff genommen. Er erinnerte an den Vorstoß, auf Strom zu verzichten, der aus Nuklearkraft gewonnen werde. "Doch die Stadt ist hier nur schwer in die Gänge gekommen", kritisierte er. Cornelia Behm verwies auf eine ähnliche Initiative in ihrem Geburts- und Wohnort Kleinmachnow.

Gastgeber Stephan Böhmann schlug vor, Mittenwaldes Straßenbeleuchtung auf Energie sparende LED-Leuchten umzustellen. "Verschiedene Varianten könnten in einer Teststrecke vorgeführt werden", sagte er. Vorschläge dieser Art kann er künftig viele unterbreiten. Seit Gründung der Ortsgruppe der Grünen am vergangenen Sonntag ist er deren Sprecher. Mit einer Enthaltung bestimmte ihn die siebenköpfige Runde dazu. Tags darauf übernahm er die nächste Funktion: Geschäftsführer für gleich drei Kreisverbände – Dahme-Spreewald, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz.

Bei so viel Arbeit wollte Frühstücksgast Behm nicht länger stören. Die Abgeordnete reiste zur Bestwinus-Obstweinkellerei nach Bestensee und dann zum ökologischen Modelldorf in Hirschfelde bei Bernau weiter.