Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für eine weitere transgene Sojabohnensorte grünes Licht zur Einfuhr als Futter- und Lebensmittel gegeben.
Es handelt sich um ein Produkt des US-Konzerns Monsanto mit der Bezeichnung MON 87701. Der gentechnisch veränderte Organismus (GVO) produziert ein Toxin des Bacillus thuringiensis, das ihn resistent gegen den Befall durch verschiedene Schmetterlingsarten macht. EFSA bewertet die Pflanze bis auf das Vorhandensein des Toxins und einen leicht erhöhten Vitamin- E-Gehalt als äquivalent zu ihrem konventionellen Gegenstück. In Bezug auf eine mögliche Giftigkeit und ein Allergiepotential hegt die Behörde keine Bedenken.
Ein Fütterungsversuch an Masthühnern habe ergeben, dass entfetteter Schrot von MON 88701 genauso nahrhaft sei wie konventioneller Sojaschrot. Umweltrisiken durch die Verwendung als Futter- und Lebensmittel durch einen unwahrscheinlichen, aber theoretisch möglichen Gentransfer auf andere Pflanzen wurden nicht identifiziert. Die Sojabohne sei deshalb im Rahmen ihrer beabsichtigten Verwendung sicher.
Berichte über Gesundheits- und Umweltschäden
Bereits vergangeneWoche erhielt das Unternehmen ein positives EFSA-Gutachten bezüglich des GV-Sojabohnenkonstrukts 356043. Gentechnikgegner nahmen die Veröffentlichung der Gutachten zum Anlass, ihre Kritik am Bewertungsverfahren der EFSA zu bekräftigen.
Harald Ebner, der Sprecher fürAgrogentechnik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, erklärte in einer Pressemitteilung: "Seit Monaten häufen sich Berichte und Studien über schwere Gesundheits- und Umweltschäden, die durch den Anbau von Gensoja sowie dem damit verbundenen massiven Einsatz von Pestiziden und deren Rückständen in Futter- und Lebensmitteln hervorgerufen werden". Es sei daher realitätsfremd, die herbizidtolerante Sojasorte 356043 als genauso sicher wie konventionelles Soja zu bezeichnen.
Der Politiker warf der EFSA vor, damit eine "Reihe fragwürdiger Entscheidungen zugunsten der Gentech-Lobby" fortzuführen. Er rief Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf, sich gegen die weitere Zulassung von GV-Soja einzusetzen. Auch die gentechnikkritische Organisation Testbiotech protestierte. Nach Ansicht des Geschäftsführers Dr. Christoph Then hakt EFSA bei den Unternehmen nicht gründlich genug nach.
Ölsaatenerzeuger beunruhigt Anti-Gentechnik-Haltung der EU
Den Soja- und Rapserzeugern in der Welt bereitet die restriktive Haltung der Europäischen Union gegenüber Gentechnik Sorgen. Wie die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) im Rückblick auf den diesjährigen "International Oilseed Producers Dialogue " (IOPD) im kanadischen Saskatoon berichtete, wurde dort auf die finanziellen Risiken hingewiesen, wenn beispielswiese in einer gesamten Schiffsladung auch nur eine zufällige gentechnische Verunreinigung festgestellt werden sollte.
Die Teilnehmer der Konferenz forderten die Regierungen zur Umsetzung der durch den Codex bestätigten Bewertungen für ein geringes Auftreten biotechnologischer Events im internationalen Handel von Rohstoffen und Produkten sowie zur Festlegung angemessener kommerzieller Schwellenwerte auf.


