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30.08.2010 - Gut Ogrosen macht seinen Gästen den Hof (Lausitzer Rundschau)

Mit vereinter Kraft öffnete die ökologische Höfegemeinschaft Gut Ogrosen am gestrigen Sonntag ihre Stalltüren, Produktionsstätten und Verkaufsstände. Bei einem kulinarischen, unterhaltsamen und mit vielen tierischen Momenten geprägtem Fest dokumentierten die Landwirte, dass in jedem der Ogrosener Höflinge irgendwie auch kleine Gastronomen und Eventmanager schlummern.

"In dieser Größenordnung führen wir unser Hoffest zum sechsten Mal durch", erklärte der Regieführende Heiner Lütke Schwienhorst. "Zuvor gab es zehn kleinere Veranstaltungen, die wir aber nicht wegreden müssen", so der Ogrosener Öko-Landwirt. Nicht wegreden wolle er auch, was derzeit auf benachbarten Ackerflächen passiert. "Dort werden wertvolle Agrarflächen in Industrieflächen verwandelt und die Photosynthese-Landwirtschaft durch Photovoltaik-Landwirtschaft verdrängt", beklagte er. Wenn es Besucher wünschen, wolle man auf Anfrage zu den aktuellen Geschehnissen Stellung nehmen, im Vordergrund stehe jedoch das Hoffest mit all seinen Attraktionen.

Mit Kochshow, Musik, Märchenstunde, Kremserfahrten, Schlemmerei- und Marktständen sowie dem mit Spannung erwarteten Schweinerennen erlebten die Gäste Höhepunkte am laufenden Band. Zu den Neuheiten gegenüber dem Vorjahr zählte eine erweiterte Hofkäserei, in der jetzt noch moderner produziert werden könne sowie der Gutspark. "Jetzt sind erste Ergebnisse unserer Parksanierung zu erkennen, die wir in den zurückliegenden Jahren forciert haben", ließ Landschaftsarchitekt Stefan Hohmann seinen Begleitern bei Parkführungen wissen. In die Oase eingebettet liegt das Herrenhaus, welches vor wenigen Wochen einen neuen Anstrich bekommen hat und anerkennende Blicke auf sich zog.

"Wir fühlen uns auf dem Gut rundum wohl", beteuerten Anke Conjaerts und Christian Gräwe, die sich selbst als "Wiederholungstäter" bezeichneten. Nach einer Stippvisite, Ostern 2009, ließen sie sich ein zweites Mal die Ferienwohnung im altehrwürdigen Landarbeiterhaus reservieren. "Als wir erfahren haben, dass an diesem Wochenende das alljährliche Hoffest stattfindet, wurde die Heimreise spontan um einen Tag verschoben", erklärte das Paar. Selbstverständlich sei das nicht, stehe doch nach dem Fest noch eine 580-Kilometer-Rückreise ins heimische Dortmund an, wo am Montag Schulbeginn ist. Die achtjährige Tochter Ida wird ihren Schulfreunden von dem unterhaltsamen Hoffest erzählen und von den interessanten Ausflügen mit Schwester Emilia (2) auf dem Ökohof.

Der drohte zur Nachmittagszeit trotz wechselhaftem Wetter aus den Nähten zu platzen. Parkplätze waren Mangelware, nicht aber die in einer Kochshow zubereiteten Gratisleckerbissen. Genusshandwerker Elke und Micha zauberten aus Bio-Erzeugnissen der ansässigen Ziegen-, Schaf-, Rinder- und Gemüsehöfe eine Delikatesse, bei der bereits der Name Appetit machte: "Schweinenacken an warmen Tomatensalat in Gesellschaft mit Ziegenfrischkäse und Hirsegemüsetaler."