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16.02.2011 - Im Cottbuser Gefängnis kommt Bio-Essen auf den Tisch (Lausitzer Rundschau)

Von wegen eintönig und ungesund: Im Gefängnis gibt es auch Bio-Essen. In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Cottbus-Dissenchen kommen "im besonderen Umfang" regional und biologisch erzeugtes Lebensmittel auf den Tisch.

Dies berichtet Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Abgeordneten Sabine Niels. Die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion wollte wissen, in welchen Kantinen und Einrichtungen des Landes Brandenburgs regional und biologisch erzeugte Lebensmittel verwendet werden. Sie forderte auch gleich eine Mindestquote für Bio-Essen in den Kantinen.

In Cottbus würden selbst Bio-Gewürze und Kaffee aus nachhaltiger Erzeugung genutzt, erläuterte Markov. Die Cateringfirma beliefere auch die JVA Brandenburg/Havel. Nicht nur für Gefangene, auch für Studenten gibt es ab und an Bio-Kost. In den Mensen an Brandenburgs Hochschulen sind im Schnitt acht Prozent der Lebensmittel "bio". Gut jedes dritte Produkt komme aus regionaler Herstellung, sagte Markov. Weitere Statistiken über Kantinen lägen dem Ministerium nicht vor. Die meisten Einrichtungen würden von privaten Pächtern betrieben.

Die Pachtverträge enthalten laut Markov in der Regel keine Vorgaben zur Verwendung von regionaler und biologischer Lebensmittel - außer im Landesumweltamt. Dort sei die Verwendung von Bio-Lebensmitteln als "Wunsch" vertraglich formuliert. Markov verwies auf die Kantinenrichtlinie für Dienststellen, wo es heißt: "Es ist darüber zu wachen, dass ein gutes, ausreichendes und zugleich preiswertes Essen verabreicht wird."

"Wir sehen die Landesregierung in der Pflicht, den Pächtern strengere Vorgaben zu machen", sagte Niels. "Rot-Rot kann nicht einerseits wohlfeile Reden über die Verwendung von regionalen Produkten halten und andererseits nicht einmal in landeseigenen Einrichtungen Mindestmaßstäbe für die Versorgung mit regional beziehungsweise ökologisch angebauten Lebensmitteln setzen", kritisierte sie.

Niels forderte eine Mindestquote für verarbeitete Bio-Produkte, die über dem Flächenanteil des Ökolandbaus in Brandenburg von derzeit 10,5 Prozent liegt. Regionale Produkte könnten oft günstiger angeboten werden, da keine langen Lieferketten bestehen. Der höhere Preis bei ökologisch erzeugten Lebensmitteln könne mittels Umlage auf alle Gerichte erheblich gesenkt werden, schlug Niels vor.