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09.09.2009 - In guter Tradition (Ruppiner Anzeiger)

Erster 2009er Käse angeschnitten / Seit fünf Jahren kommen die Laibe vom Ökohof

Die Milchverarbeitung hat im Luch eine lange Geschichte. Bereits 1732 gründete Friedrich Wilhelm I. in Nordhof die Lehranstalt für Butter und Käsebereitung. Auf dem Ökohof in Kuhhorst hat die Käseherstellung seit fünf Jahren wieder Tradition.

Gestern war auf dem Hof der Mosaikwerkstätten für die Käserei der große Tag. Denn der diesjährige Käse, das Kuhhorster GutsRad, wurde in großer Runde zum ersten Mal angeschnitten und verkostet. Das Fazit fiel bei Hof-Geschäftsführer Heinz- Joachim Brych und den Mitarbeitern erwartungsgemäß positiv aus: "Einfach köstlich." Dabei waren die Kuhhorster selbst sehr gespannt. In dieser Saison war die Herstellungsweise des Schnittkäses etwas verändert worden. Anstelle von vier Kilogramm schweren Laiben wurden nur etwa 2,2 Kilogramm schwere produziert. "Der Käse kann in diesen neuen Formen stärker gepresst werden. Dadurch wird er noch etwas würziger", so Brych.

Etwa 50 Käselaibe werden pro Woche in Kuhhorst hergestellt. Und für den kleinen 2,2 Kilo schweren Laib sind etwa 22 Liter Milch nötig. "Grob gerechnet ist das Verhältnis immer eins zu zehn", so Brych. Wie in den Alpen wird in Kuhhorst nur die Milch zur Käseherstellung genutzt, wenn die Kühe frisches Futter bekommen. Sobald sich Silage im Futtertrog befindet, landet diese Milch nicht mehr in der Käserei. Insgesamt werden auf dem Ökohof jährlich zwischen 50 000 und 60 000 Liter Milch verarbeitet. Neben dem Käse wird auch Quark und Joghurt hergestellt. "In Berlin ist unser Quark der Renner", so Brych.

In einigen Märkten steht dieser dort schon im Regal. Der Käse wird ebenfalls oft nachgefragt und findet sich in Bioläden sowie im Ostprignitz-Ruppiner Regionalregal wieder, wo er gern gekauft wird. "Wichtig ist aber immer, das wir noch etwas in unserem Hofladen haben. Das hat Vorrang", so Brych. Das war im 18. Jahrhundert im Luch noch anders. Damals hatte es Vorrang, dass die Milchprodukte aus der Butterakademie im Luch pünktlich am königlichen Hofe ankommen.