Online Einkaufsführer Newsletter Veranstaltungskalender


Detailansicht
05.11.2013 - Jetzt ist Brandenburg gefordert! Ergebnisse der Agrarministerkonferenz eröffnen Spielräume für ökologische Ausrichtung (FÖL)

Die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) zeigt sich zufrieden über die Ergebnisse der außerordentlichen Agrarministerkonferenz in München, die gestern über die Verteilung der Agrarförderung für die nächsten sieben Jahre entschied: "Es ist ein typischer Kompromiss der verschiedenen Interessenslagen, gleichzeitig aber ein erkennbarer Richtungswechsel hin zu einer ökologischen und gerechten Verteilung der Agrargelder", sagt Michael Wimmer, Geschäftsführer der FÖL.

Für die FÖL bzw. den Ökolandbau sind folgende Ergebnisse besonders bedeutsam: Kleinere Betriebe erhalten bei den Direktzahlungen jährlich zusätzlich 50 Euro für die ersten 30 Hektar und weitere 30 Euro bis 46 Hektar. Damit erkennen die Agrarminister an, dass die bäuerliche Landwirtschaft eine wichtigere gesellschaftliche Bedeutung hat als große Agrargenossenschaften mit mehreren 1.000 Hektar. Grundsätzlich positiv wertet Wimmer auch die Einigung, in den nächsten sieben Jahren 4,5 % der Direktzahlungen für die Förderung der ländlichen Entwicklung von der 1. in die 2. Säule umzuschichten: "Wir hätten uns zwar mehr gewünscht, aber dank der Zweckbindung an die Landwirtschaft besteht jetzt auch bei finanzschwachen Ländern wie Brandenburg die Möglichkeit, den ökologischen Landbau angemessen zu fördern und attraktive Maßnahmen im Bereich Tierschutz zu ergreifen.

Da die Betriebe jetzt nur noch vier Wochen Zeit für den nächsten Förderantrag haben, appellieren wir an die Brandenburger Landesregierung, die jetzt gewonnenen Spielräume zügig für eine deutliche Erhöhung der Öko-Beibehaltungsprämien zu nutzen, bei der Umstellungsförderung erwarten wir ebenfalls ein deutliches Signal an die umstellungsinteressierten Betriebe." Stand heute hat Brandenburg die bundesweit niedrigsten Öko-Flächenprämien, im vergangenen Jahr wuchs die Ökofläche daher auch nur um den verschwindenden Zuwachs von 0,74 %, während der Bio-Markt seit Jahren nahezu zweistellig wächst. Aber auch beim Tierschutz hat Brandenburg jetzt größere Spielräume. So könnte es seine Agrarinvestitionsprogramme derart gestalten, dass künftig nur noch artgerechte Stallsysteme gefördert werden.

Hintergrund: Die 4,5 % Umschichtung aus der 1. Säule entspricht nach eigenen Berechnungen jährlich ca. 14,5 Millionen Euro, die in Brandenburg innerhalb des Fonds für Ländliche Entwicklung (ELER) zusätzlich für die Landwirtschaft bereit stehen. Da diese Mittel nicht aus dem Brandenburger Haushalt kofinanziert werden müssen, entstehen hier neue Möglichkeiten und Gestaltungsperspektiven, die es zugunsten einer echten Nachhaltigkeitsstrategie der Brandenburger Landwirtschaft zu nutzen gilt. Langfristig fordert die FÖL aber einen grundsätzlichen Systemwechsel in der deutschen und europäischen Agrarpolitik.

Um diesem Anliegen den nötigen gesellschaftlichen Rückenwind zu organisieren und die öffentliche Diskussion auf Augenhöhe mit der Agrarindustrielobby führen zu können, gründet sich diesen Samstag in Potsdam ein Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg. Die FÖL ist eines von aktuell mehr als 20 Gründungs-Organisationen. Weitere Infos zum Tagungsprogramm, den Gründern sowie das Gründungspapier finden sich auf: www.agrarwen.de oder www.facebook.com/agrarwende.

Kontakt
Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau
Berlin-Brandenburg (FÖL) e.V.
Michael Wimmer - Geschäftsführung
Marienstraße 19-20
10117 Berlin
Tel.: 030 284824-39
Mobil: 0179 4527147
Fax: 030 284824-48
E-Mail: m.wimmer[AT]foel.de
www.bio-berlin-brandenburg.de