Was den Müritzern noch bevorstehen könnte, hat Percy Schmeiser schon am eigenen Leib miterlebt. Der kanadische Farmer, weltbekannter Gentechnikgegner und Träger des Alternativen Nobelpreises, warnte gestern am Feldrand zwischen Bütow und Zepkow, wo die gentechnisch manipulierte Kartoffel Amflora angebaut wird, vor den schweren Folgen.
Die Auswirkungen seien unvorstellbar für Öko- Bauern, Natur und die Gesundheit der Menschen.Wären es in Kanada zu Beginn auch nur kleine Feldversuche auf bestimmten Flächen gewesen, würden dort heute Mais, Soja, Raps und Baumwolle nur noch gentechnisch verändert angebaut. "Die Bauern haben keine andere Wahl. Sie müssen das Saatgut großer Agrarkonzerne kaufen", übersetzte Schmeisers Freund und Dolmetscher, Bernward Geier.
"Noch habt Ihr die Wahl", so Geier weiter, "nicht diesen Weg zu gehen, wie wir ihn in Kanada gegangen sind". Aussagen, die anspornen, so Marlies Woellner, Sprecherin der Bürgerinitiative "Müritz gentechnikfrei". "Es inspiriert uns, gibt neue Kraft für die Zukunft", sagte sie. Auch wenn sie weiß, "wie schwer es ist, gegen einen so großen Konzern anzugehen".
Die Rede ist von BASF Plant Science, die den Bütower Feldversuch betreut. Die Bürgerinitiative jedenfalls wolle weiter aufklären über die Früh- und Spätfolgen für Natur und Menschen. Weiter noch geht Burkhard Roloff, Gentechnikexperte des BUND Mecklenburg-Vorpommern. Für ihn ist der Amflora-Anbau "ein falsches Signal für diese Region, die vom Tourismus lebt". Urlauber würden nicht neben einer Amflora entspannen und die gentechnisch "verseuchte" Natur genießen wollen.


