Die Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Beate Stuth, sieht die Diskussion um mögliche Fördermittelkürzungen gelassen. Sie gehe davon aus, dass alle zugesagten Fördermittel fließen werden und verwies auf eine Zusage von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD), wonach die Co-Finanzierung des Landes für EU-Mittel gesichert sei.
Berichte, wonach der Etat des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums 2011 um mehr als 40 Prozent gekürzt werden soll und dadurch Millionen an Subventionen aus der EU verlorengingen, mochte sie nicht kommentieren.
Stuth, die auch Geschäftsführer der Agrar GmbH in Grüneberg ist, betonte, dass insbesondere der Öko-Landbau weiterhin auf Fördermittel angewiesen sei. "Ohne geht es nicht", sagte sie der MAZ. In Oberhavel gebe es derzeit 37 Öko-Betriebe, die eine Fläche von 6000 Hektar bewirtschafteten. Dies entspreche rund zehn Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis. Bereits jetzt hätten viele Ökobauern Probleme. Schließlich würden sie aufgrund des Verzichts Pestizide und Mineraldünger arbeitsintensiver und damit teurer produzieren. Dies könnten auch höhere Preise bei den Bio-Produkten nicht ausgleichen.
Michael Wimmer von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) forderte gestern ein klares Bekenntnis und erinnerte daran, dass sich die Landesregierung im Koalitionsvertrag auf den Ausbau des Ökolandbaus geeinigt hatte. Brandenburg ist hier derzeit mit einem Anteil von knapp elf Prozent an der landwirtschaftlichen Fläche bundesweit führend.


