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16.09.2010 - Lausitzer Biokarpfen soll Berlin und Brandenburg erobern: Die Hausmesse eines Naturkost-Großhändlers soll helfen, das neue Produkt zu etablieren (Sächsische Zeitung)

Der feste und milde Geschmack des Oberlausitzer Biokarpfens hat überzeugt. Dieses erfreuliche Fazit zieht Dario Uecker, Mitarbeiter des Fördervereins für die Natur der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und Betreuer des Projekts "BioKarpfen". Den konnten Besucher der Hausmesse der Terra Naturkost Handels AG jetzt in Berlin verkosten.

Der Stand aus der Lausitz war dabei einer unter 110 von Produzenten und Lieferanten aus ganz Deutschland, die bei dem Großhändler gelistet sind. "Viele Einzelhändler waren erstaunt über den guten Geschmack", sagt Uecker. Für Aufsehen habe zudem die attraktive und informative Verpackung des geräucherten Filets gesorgt. Darauf erfährt der Käufer auch, nach welchen Kriterien der Fisch erzeugt wird. Verkauf ab Oktober Ob und in welchen Dimensionen sich der Auftritt in Bestellungen bei dem Naturkostgroßhändler
niederschlägt, werde sich in den nächsten Tagen zeigen. Noch hat Uecker keine Zahlen. Doch er ist optimistisch, dass Händler aus dem Großraum Berlin/Brandenburg Biofisch ordern.

Zurzeit werden die in den vergangenen drei Jahren gewachsenen Flossentiere gefischt. In den Verkauf gehen sie erst ab Oktober. Uecker: "Sie werden vor der Verarbeitung 14 Tage gehältert." Ein neues Produkt auf dem Markt zu etablieren, braucht Zeit, sagt Dietmar Mühle, Geschäftsführer der Kreba-Fisch GmbH. Das Unternehmen gehört mit seiner Teichwirtschaft Ullersdorf zu jenen drei, die auf insgesamt zirka 250 Hektar Fläche ökologisch produzieren. "Ohne dass wir sagen, dass konventionell hergestellter schlecht ist", betont Mühle. Mit dem BioKarpfen wollen die Teichwirte ein besonderes Klientel erreichen, nachdem der Großhandel Bedarf signalisiert hat. Mühle: "Der Markt für Biofisch wächst auch in Deutschland. Doch einheimischen gibt es bisher nicht." Stattdessen aber Forellen aus Neuseeland oder Pangasius-Filet aus Vietnam.

Die Produktion des Biofischs liegt in einer Hand, von der Aufzucht der Brut bis zur Schlachtreife. Der Aufwand, den die Teichwirte betreiben, ist hoch. Und sie müssen den Produktionsprozess und die Einhaltung der Rahmenbedingungen lückenlos dokumentieren, erklärt Mühle. Zum Beispiel muss der Röhrichtsaum der Teiche mindestens drei Meter breit sein. Reicht das Aufkommen an Naturnahrung im Teich nicht aus, darf maximal 50 Prozent des Bedarfs zugefüttert werden. Erlaubt ist ausschließlich Getreide aus Bioanbau. Positive Entwicklung Teichwirte und Verarbeitungsbetriebe sind Mitglieder der Vereinigung ökologischer Landbau und werden kontrolliert. Die EU fördert das Projekt. Das soll die Unternehmen in die Lage versetzen, die Produkte selbst zu vermarkten, sagt Mühle.

Die Kreba-Fisch habe eine klare Beschlusslage: "Gelingt es uns in den nächsten zwei Jahren nicht, eine nennenswerte Menge zu vermarkten, muss der Beschluss neu gefasst werden." Zurzeit betrachte er die Entwicklung jedoch positiv.