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08.10.2010 - Marktchancen gemeinsam nutzen (bio-offensive)

Das Projekt "bio-offensive" startet ins dritte Jahr und will umstellungsinteressierte Landwirte nicht nur beraten und unterstützen, sondern auch eine Brücke zu Marktpartnern schlagen, die Bioerzeugnisse suchen. Ab sofort können sich interessierte Landwirte wieder melden, um den kostenlosen Umstellungscheck in Anspruch zu nehmen.

Viele Landwirte, die mit dem Gedanken spielen, umzustellen, fragen sich: "Umstellung auf Ökolandbau? Ist das für meinen Betrieb das Richtige?" Und die nächste Frage lautet dann meistens: "Kann ich meine Bioprodukte auch absetzen?" Die bio-offensive hilft Landwirtinnen und Landwirten dabei, diese Fragen zu klären. Sie bietet einen kostenlosen Betriebscheck an, um in einem ersten Schritt gemeinsam mit dem Betriebsleiter zu prüfen, ob eine Umstellung in Frage kommt. Dabei werden sowohl betriebliche (Arbeitsaufwand, Vermarktung, Investitionen) als auch persönliche Aspekte in die Waagschale gelegt. Entscheidet sich der Betriebsleiter für eine Umstellung, werden gemeinsam mit dem Berater die weiteren Schritte im Detail geplant.

Win-Win-Situation für Erzeuger und Handelsunternehmen
Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist es, die Absatzfrage zu klären. Projektkoordinator Stefan Weller erläuterte: "Ziel der bio-offensive ist auch, Erzeuger und Handelsunternehmen näher zusammenzubringen, um die Nachfrage nach heimischen, regionalen Biolebensmitteln zu bedienen." Daher wendet sich die bio-offensive ebenfalls direkt an Unternehmen. Diese sind aufgefordert, sich bei der bio-offensive zu melden, wenn sie einen Produzenten/ Lieferanten von Bioprodukten brauchen. Über die bio-offensive wird so im besten Fall die Geschäftsverbindung zwischen den beiden Partnern geknüpft - eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

BMELV und DBV begleiten die Initiative
Träger der bio-offensive ist der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL, Bad Dürkheim). Die Landwirtschaftliche Rentenbank unterstützt die Initiative. Das Vorhaben wird sowohl vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) als auch vom Deutschen Bauernverband (DBV) beratend begleitet.

Frank Wetterich vom Fachausschuss Ökologischer Landbau des DBV hob besonders den Aspekt der ausgewogenen Marktentwicklung hervor: "Da den Betrieben, die umstellen, gleich ein Abnehmer zur Verfügung steht, ist ein marktkonformes Wachstum möglich und es können sich von Anfang an stabile Vermarktungsbeziehungen entwickeln." Die Liste der Unternehmen ist lang und reicht von Alnatura als Unternehmen mit einer großen Produktpalette und eigenen Märkten bis zur Wassermühle Wunstorf in der Nähe von Hannover - ein Traditionsunternehmen, das ausschließlich Biogetreide verarbeitet.

Maßgeschneiderte Betriebsentwicklung
Die Berater der bio-offensive kommen von verschiedenen Verbänden, den Landwirtschaftskammern und staatlichen Beratungsstellen. Stefan Weller, selbst Berater, ist vom Konzept des Projekts überzeugt: "Meine Erfahrungen in der Erstberatung von interessierten Landwirten zeigen, dass das Anbieten von verlässlichen Marktpartnern eine zentrale Rolle im Umstellungsprozess spielt. Somit ergeben sich für die Betriebe nicht nur neue Möglichkeiten sich auf dem Markt zu platzieren, sondern auch den Betrieb gezielt weiterzuentwickeln." Bislang haben bundesweit über 400 Betriebe dieses Angebot genutzt, wovon etwa drei Viertel letztlich umgestellt haben.

Ferner werden mehrtägige Management- und Betriebsentwicklungsseminare zur Umstellung angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos; Unterkunft und Verpflegung müssen bezahlt werden.

Kontakt
Stiftung Ökologie & Landbau - Projektbüro Augsburg
Jan Plagge und Stefan Weller
Auf dem Kreuz 58
86152 Augsburg
Tel.: 0821 - 34 680-138
Fax: 0821 - 34 680-135
E-Mail: bio-offensive[AT]soel.de
www.bio-offensive.de