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16.09.2011 - Mehr Arbeit, weniger Ertrag (Berliner Zeitung)

Michael Wimmer ist Chef der Fördergemeinschaft ökologischer Landbau (FÖL). Der Verein veranstaltet am Sonntag das Bio-Hoffest in Berlin. Er träumt davon, dass sich die Bio-Anbaufläche im Land Brandenburg verdoppelt.

Könnten Brandenburgs Bio-Produzenten und Berlins Bio-Konsumenten ohne einander überleben?

Die einen ja, die anderen nein. Viele Brandenburger Betriebe produzieren auch für den überregionalen Markt, ihre Produkte werden andernorts weiterverarbeitet. Die Berliner aber brauchen frische regionale Bio-Ware.

In Klein Köris hält seit Jahren ein Bio-Laden durch. Warum ist Bio im Land der Produzenten eher selten?

Bio wird immer schon in Städten stärker nachgefragt. Im urbanen Umfeld herrscht Mangel an Natur, dort gibt es ein größeres Bedürfnis danach als auf dem Land.

Wie groß ist inzwischen der Biolandanteil in Brandenburg?


Fast 1.000 Bio-Betriebe bewirtschaften gut zehn Prozent der Agrarfläche ökologisch. Brandenburg ist damit bundesweit Spitzenreiter und hat fast doppelt so viel Bio-Fläche wie im Bundesschnitt.

Bleibt Bio immer teurer als Supermarkt-Ware?

Bio muss teurer sein, weil die Erträge niedriger sind und der Arbeitsaufwand größer ist. Gleichzeitig sinkt der Preisunterschied, je größer der Bio-Anteil am Markt wird.

Wird Brandenburg irgendwann einmal vollkommen Bio sein?


Das wäre toll. Wünschenswert für die nächsten Jahre wären 20 Prozent, aber die Förderstrategie und die Weichenstellungen der Politik im Land und von der EU befördert das derzeit noch nicht unbedingt.