Wenn am Freitag in Berlin die Grüne Woche, die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, eröffnet wird, präsentieren sich dort auch Aussteller aus der Region. Und das nicht nur in der Brandenburg-Halle.
Dazu zählt der Apfeltraum-Hof aus dem Müncheberger Ortsteil Eggersdorf, auf dem auch der demeter-Landesverband Berlin-Brandenburg seinen Sitz hat. Die Arbeitsgemeinschaft für biologisch-dynamischen Landbau Berlin-Brandenburg ist im Obergeschoss des vor zweieinhalb Jahren ausgebauten Stallgebäudes zu finden. Geschäftsführer Jakob Ganten wird mit zwei Mitstreitern die insgesamt 40 Höfe auf der Grünen Woche vertreten – abwechselnd in der Biohalle 6 am demeter-Stand und bei der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg in der Brandenburghalle 21 a.
Dabei geht der 36-Jährige davon aus, dass es in der Biohalle etwas ruhiger sein wird. "Die Besucher dort kommen gezielter, um sich zu informieren", sagt Ganten und verweist auf das Ökodorf Brodowin, die Bäckerei Märkisches Landbrot – dort wird auch Getreide des Apfeltraum-Hofes verarbeitet – und das Bauerngut Libbenichen, die als demeter-Betriebe ebenfalls bei der Grünen Wochen dabei sein werden.
Für viele der eher kleinen Höfe lohne sich die Messebeteiligung nicht, weiß Ganten und wird deshalb auch die Broschüre über die biologisch-dynamisch arbeitenden Höfe in Berlin und Brandenburg dabei haben. Noch in diesem Jahr sei eine Neuauflage vorgesehen. Drei der Höfe erfüllen die demeter-Standards nicht mehr oder mussten aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben. Dafür seien inzwischen aber acht andere Höfe dazugestoßen. "Etwas Fluktuation gibt es immer", erklärt der gelernte Landwirt, der zudem ein Agraringenieur-Studium vorweisen kann.
Neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer ist Jakob Ganten, der seit 2001 auf dem Hof lebt und arbeitet, noch Vorstand der Apfeltraum AG. Diese würde in diesem Jahr noch gern in die andere Hälfte des Stallgebäudes investieren. Der Bereich Abokiste, der rund 400 Kunden beliefert und sich eine Halle mit der Gärtnerei teilt, braucht mehr Platz, darunter für ein eigenes kleines Büro und das Leergutlager. Auch über einen Hofladen, werde – so Ganten weiter – nachgedacht. Dieser könnte von der Abokiste, mitbetreut werden.
Über die Aktiengesellschaft wurde bereits der erste Bauabschnitt finanziert, zu dem die Küche und der Seminarraum im Erdgeschoss gehören. 150 Aktionäre hätten bisher 90.000 Euro beigesteuert, wobei die kleinste Einlage bei 100 Euro liegt.
Die drei Köche auf dem Hof tragen laut Jakob Ganten stark dazu bei, den Namen Apfeltraum über die Region hinaus bekannt zu machen. Während Mario Schoenecker für das Christlich-naturnahe Kinderhaus in Müncheberg kocht und sonnabends auch Kurse oder nach Voranmeldung ein Fünf-Gänge-Menü auf dem Hof anbietet, hätten André Riedinger und Moritz Timm neben ihren Bio-Fertiggerichten die Vermarktung von Fleisch und Wurst aus der Apfeltraum-Tierhaltung mit übernommen. Das Schlachten, Zerlegen und die Wurstverarbeitung erfolge bei Lutz Lehmann in Heinersdorf.
Ganten lässt nicht unerwähnt, dass der Bereich Tierhaltung (Rinder und Schafe) aufgestockt werden soll. Nicht zuletzt, weil der Ackerbau mehr Mist benötige. Eine Zusammenlegung beider Bereiche sei inzwischen ebenfalls denkbar. Mathias Bartsch mit seiner Baumschule und Wiebke Deeken mit ihrer Imkerei im Nebenerwerb gehören ebenfalls zum Hof. Ende April soll dort auch zu einem Jungpflanzentag eingeladen werden.
Internet: www.demeter-im-osten.de und www.hof-apfeltraum.de


