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15.01.2010 - Milch, Getreide und Fleisch ökologisch veredelt (Nordkurier)

An der Autobahn 24, mitten im havelländischen Luch lässt sich vortrefflich ökologischer Landbau betreiben. Das beste Beispiel ist der Ökohof Kuhhorst bei Fehrbellin.

Gegründet vor 19 Jahren als Modellprojekt zur beruflichen Förderung behinderter Menschen hat sich der Hof heute zu einem Vorzeigeprojekt in der Öko-Landwirtschaft gemausert, denn neben der Erzeugung von Milch, Fleisch und Getreide betreiben die Kuhhorster einen gesamten Verarbeitungs- und Vermarktungsprozess. Das heißt: Sie veredeln mit 80 Mitarbeitern Milch zu Käse und Joghurt, machen aus Getreide Nudeln, und aus Fleisch werden Wurstwaren.

Jeder Betriebsbereich erfüllt strengste Auflagen des Ökolandbaus. Die Kuhhorster sind dafür bereits mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt gab es Goldmedaillen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft für die Wurstsorten Feuerjäger, Pfeffer- und Senfbeißer.

Auf der Grünen Woche präsentiert sich der Ökohof Kuhhorst erstmals in der Biohalle 6.2a. "Mehr als zehnmal waren wir bisher in der Brandenburg-Halle. Diesmal sind wir vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau eingeladen worden, an zwei Tagen uns mit unseren Produkten zu präsentieren. Da konnten wir nicht Nein sagen", sagt Stephanie Blume vom Ökohof.

Ihr Betrieb gehört seit dem Jahr 2002 zu 214 Demonstrationsbetrieben des Bundesprogramms Ökolandbau - ein gefördertes Netzwerk aus Biobetrieben, das verschiedene regionaltypische Produktionsschwerpunkte abdeckt. Die Betriebe sollen für Landwirte und Verbraucher Anschauungsobjekte und erste Anlaufstellen zum unmittelbaren Informationsaustausch sein.

"Wir sind am kommenden Dienstag und Mittwoch in der Halle 6.2a am Stand 102 präsent. Da können unsere Produkte auf Herz und Nieren getestet werden", berichtet Blume. Warum die Grüne Woche für den Ökohof Kuhhorst so wichtig ist, erklärt sie ebenfalls: "Eine bessere Werbeplattform können wir gar nicht haben. Die Bio-Supermärkte der Hauptstadt sind unser Hauptabsatzmarkt."

Der Hof in Kuhhorst verfügt über 80 Milchkühe sowie 140 Jungtiere und erwirtschaftet jährlich 120 000 Liter Milch. Zudem gibt es 50 Mastschweine und 1400 Stück Geflügel. "Alle Berliner Wünsche zu erfüllen, schaffen wir meist nicht. So groß ist die Nachfrage", sagt Blume. Deshalb herrscht auch an den Wochenenden viel Betrieb im dortigen Hofladen. Unter den Kunden sind dann auch nicht wenige Hauptstädter - denn Kuhhorst liegt nur einen Katzensprung von Berlin entfernt.