Minister verteidigt Mega-Ställe (Märkische Oderzeitung) | Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau e.V. Online Einkaufsführer Newsletter Veranstaltungskalender


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31.01.2018 - Minister verteidigt Mega-Ställe (Märkische Oderzeitung)

Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat am Mittwoch die in Brandenburg übliche Massentierhaltung bei Bio-Hühnern verteidigt.

"Wir halten uns an EU-Recht", sagte er im Landtag. Die  SPD-Abgeordnete Ulrike Liedtke hatte zuvor Auskunft darüber verlangt, wie in der Mark mit der Auflage umgegangen wird, dass bei der Bio-Produktion eigentlich nur 3.000 Tiere pro Stall erlaubt sind. Recherchen des RBB hatten ergeben, dass in Brandenburg rund 90 Prozent aller Bio-Legehennen in großen Anlagen mit um die 30.000 Tieren leben.

Die Agrarindustrie hat sich mit Rückendeckung aus dem Ministerium offenbar kreativ gezeigt. Vogelsänger berichtete: "Die EU hat uns bereits 2015 schriftlich mitgeteilt, dass sich mehrere Ställe à 3.000 Hennen unter einem Dach befinden können." Mehr wollte der Minister zu dem Thema auch gar nicht sagen. Als dann doch drei Nachfragen von der Grünen-Fraktion kamen, spottete Vogelsänger, dass dies jetzt wohl eine "Aktuelle Stunde" zu Bio-Hühnern werde.

Der Abgeordnete Axel Vogel wollte wissen, ob es überhaupt keine Obergrenze für die Stallgröße gebe und wie in den Anlagen dafür gesorgt werde, dass alle Tiere nach dem Auslauf wieder in das richtige Abteil zurückfinden. Seine Fraktionskollegin Heide Schinowsky erinnerte daran, dass die Kapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern auf 6.000 Tiere pro Anlage begrenzt seien und ob dies nicht eine Option für Brandenburg sei. "Selbst wenn es rechtskonform ist, erscheint mir die in Brandenburg übliche Stallgröße problematisch", sagte sie. Ursula Nonnemacher ergänzte, dass größere Ställe eine höhere Infektionsgefahr bedeuten würden und wollte wissen, ob auch aus diesem Grund nicht eine Obergrenze geboten sei.

Vogelsänger ging darauf nicht ein und holte sich einen Rüffel der Parlamentspräsidentin ab. "Es waren konkrete Fragen, darauf hätte man vielleicht auch konkrete Antworten geben können", sagte Britta Stark (SPD), als der Minister das Rednerpult verließ.