Einem nun schon über ein Jahrzehnt alten Ritual folgend, vergab die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin den Förderpreis Ökologischer Landbau 2011. Die herzlichen Worte für die ausgezeichneten Betriebe muteten aus dem Munde einer Ministerin schon sonderbar an, deren Ministerium eine ökologische und soziale Umorientierung der europäischen Agrarpolitik blockiert, sich mehr der Agrarindustrie als den Ökobauern verpflichtet zeigt.
Von einem grundlegenden Systemwandel in der Agrarpolitik, wie ihn die Demonstration zu Beginn der Grünen Woche forderte, ist die Bundesregierung trotz Aigners Sprüchen über hohes unternehmerisches Engagement im Einklang mit der Natur weit entfernt. Dass es sich lohnen würde, EU-Subventionen mehr an ökologische Kriterien zu binden, beweisen die drei ausgezeichneten Ökobetriebe. Einen ersten Preis erhielt das Weingut Janson Bernhard KG in Rheinland-Pfalz. Ihm ist es gelungen, Ökologie, Ökonomie und Kultur zu verbinden. Mit "Bienenhotels" und aktivem Vogelschutz trägt das Weingut zur Artenvielfalt bei und ergänzt all das – wie die Jury hervorhob – mit kulturellen Angeboten für Besucher.
Ein weiterer erster Preis ging an den Biolandhof Ellenberg in Niedersachsen für Züchtung und Anbau von Bio-Kartoffeln sowie für den Erhalt alter Sorten. Eine eigens gegründete Tochtergesellschaft bemüht sich um hundert Sorten, die Ausgangspunkt für weitere Neuzüchtungen sein sollen. Das Unternehmen engagierte sich unter anderem für die beliebte Kartoffelsorte "Linda".
Einen zweiten Preis erhielt die Bioland-Familiengärtnerei KräuterGut Dworschak-Fleischmann in Bayern. Hier werden jährlich 4,5 Millionen Kräutertöpfe für den Einzelhandel gezogen. Das Sortiment umfasst rund 250 verschiedene Kräuter und wird auch nach Österreich und in die Schweiz geliefert. Es kann darüber hinaus über das Internet bestellt werden.


