Die Sonne hüllt Molkerei und Hofladen mit den Stühlen hinter dem Haus in warmes Licht. "Bald werden hier wieder Schafe stehen", freut sich Bürgermeister Ralf Irmscher. Dieses Bild passt zu seiner Vision von Münchehofe mit den Ortsteilen Birkholz und Hermsdorf als Öko-Gemeinde.
Schon eine Weile beschäftigen sich Studenten der Eberswalder Hochschule mit der Aufgabe, Kriterien aufzustellen, die eine Ökogemeinde auszeichnet. "Noch gibt es so etwas nicht", weiß Irmscher. Und so wie es keine Kriterien gibt, so gebe es auch keine "Zentralstelle", die darüber befindet, ob ein Dorf öko ist oder nicht. "Das legen wir selbst fest", lacht der Bürgermeister und freut sich auf die kommenden Wochen und Monate, in denen einige Studenten ihre Jahresarbeit über Kriterien einer Öko-Gemeinde noch ausbauen werden zu einer Bachelor- oder Masterarbeit.
Es gebe in Sachen "Öko" verschiedene Ideen. Am wichtigsten aber sei, den Leuten klar zu machen, dass nicht öko ist, wer Strickpullover und Jesuslatschen trage, sondern derjenige, der in allen Lebensbereichen daran denkt, mit Energie sorgsam umzugehen. Es sei noch gar nicht lange her, dass einige Häuser im Ort auf Wärmedämmung untersucht worden sind. "Jetzt weiß ich genau, dass meine Fußbodenheizung nicht ordentlich isoliert ist", meint der Bürgermeister, der nun dafür sorgen wird, dass sich das ändert. Selbstverständlich weiß das Gemeindeoberhaupt auch, dass das nicht bei jedem so funktionieren kann. Aber, so meint er, man könne die Leute durch zielgerichtete Förderung motivieren, etwas für eine gute Energiebilanz zu tun.
Eine Variante wäre, dass diejenigen Münchehofer, die eine Solaranlage auf ihrem Haus errichten lassen, weniger Grundsteuer bezahlen. Beim Abwasser habe die Gemeinde ja auch den Leuten die Kosten für eine Biokläranlage vorgeschossen, die sie dann über einen Zeitraum von zehn Jahren abstottern konnten. Irmscher weiß, dass das vom Gemeindehaushalt abhängt. Kaum eine Kommune hat heute Geld in Hülle und Fülle. Da bildet auch Münchehofe trotz Gläserner Molkerei und Agrargenossenschaft keine Ausnahme. Deswegen müsse man ja schauen, wo man was besser machen kann. Insofern haben auch "seine" Studenten eine Menge geschafft. Neben den Energiefragen setzen sie sich für den Baumschutz und eine durchgängige Tempo-30-Zone ein.
Nun ist es an den Gemeindevertretern und an den Einwohnern selbst, das umzusetzen, was Münchehofe näher an eine ökologische Gemeinde heranführt. Ob das Wörtchen "ökologisch" auf dem Ortsschild steht oder nicht, ist dem Gemeindechef egal. Wichtig ist ihm, dass es so ist, dass jeder selbst darauf aufpasst, die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten.


