Nicht glücklich: Brandenburger Bio-Eier stammen meist aus Massentierhaltung (Berliner Zeitung) | Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau e.V. Online Einkaufsführer Newsletter Veranstaltungskalender


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22.01.2018 - Nicht glücklich: Brandenburger Bio-Eier stammen meist aus Massentierhaltung (Berliner Zeitung)

Rund 90 Prozent der brandenburgischen Bio-Legehennen leben in Stallanlagen mit 30.000 Tieren und mehr. Das hat der rbb herausgefunden und berichtet darüber am Montagabend in der Sendung Supermarkt.

Woher kommen die Bio-Eier von Aldi?
Als Beispiele werden mehrere Hühnerhöfe genannt, die Massentierhaltung betreiben und dennoch als Bio-Höfe gelten. Wie die Farm Wriezen Landfrisch Bio GmbH, die offenbar Aldi mit Bio-Eiern beliefert, die aus drei Hallen stammen, in denen rund 30.000 Hühner gehalten werden. Ähnliche Anlagen sind im Oranienburger Ortsteil Zehlendorf geplant, wo eine Bürgerinitiative Stallanlagen mit 42.000 Bio-Legehennen verhindern will. Möglich ist diese Form von Massentierhaltung bei gleichzeitiger Erfüllung von EU-Bio-Verordnungen weil die Vorgaben überaus großzügig umgesetzt und von den zuständigen Behörden auch abgenommen wurden.

Laut EU-Verordnung dürfen maximal 3.000 Hühner in einem Stall leben. Aber die Länderarbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau interpretiert das so: "Ein Stall ist ein Stallabteil - also 3.000 Tiere das gilt nicht für ein Stallgebäude, sondern nur noch für ein Abteil. Es reicht völlig, wenn Sie da eine Holzwand einziehen, und schon können Sie, wenn sie es geschickt planen, bis zu 50.000 Tiere in einem Gebäude halten", sagt Luise Molling von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch.

Bio-Hühner aus dem Groß-Stall
Bundesweit lebt inzwischen jedes zweite Biohuhn in einem dieser Großställe. "Das hat nichts mit dem zu tun, was sich der Verbraucher unter Bio vorstellt", meint Luise Molling.