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10.12.2010 - Öko nicht gleich Bio (Märkische Allgemeine)

Zwei Großanlagen für Legehennen sollen in Münchehofe und Löpten entstehen. Das war für die Grünen des Kreises Anlass, sich vor Ort zu treffen. Mit dabei war auch Cornelia Behm, Abgeordnete des Bundestages.

MAZ: Wie war Ihr Eindruck am Montagabend?

Cornelia Behm: Die Leute vor Ort waren sehr gut informiert. Vertreter zweier Bürgerinitiativen gegen den geplanten Bau der Legehennenanlagen waren gekommen, um mit uns darüber zu sprechen. Natürlich schlugen auch viele Emotionen hoch.

Was war Ihr Part?

Behm: Ich habe die Anwesenden mit einer Power-Point-Präsentation über die rechtlichen Rahmen für die Errichtung solcher Anlagen informiert. Dazu gehörte zu definieren, was ist Massentierhaltung, was ist arten- und umweltgerechte Tierhaltung, was sagen welche Richtlinien, wann ist im Bewilligungsverfahren eine Beteiligung öffentlicher Träger notwendig, wann ist die Umweltverträglichkeitsprüfung ein Muss.

Was ist Massentierhaltung?

Behm: Das ist kein quantitativer, sondern ein qualitativer Begriff. In Großanlagen werden die Tiere weder art- noch umweltgerecht gehalten.

MAZ: In Münchehofe sind Anlagen für bis zu 36.000 Legehennen geplant – und zwar nach EU-Ökonorm?

Behm: Ja, wir streben aber an, diese Richtlinien zu verschärfen. Es ist aus unserer Sicht hochproblematisch, wenn Bioprodukte in Großanlagen erzeugt werden.

Was empfehlen Sie den Münchehofer und Löptener Bürgern?

Behm: Die Gemeindevertretung von Münchehofe hat ja einen klaren Beschluss gefasst, der zum Ziel hat, die geplanten Anlagen nicht an diesem Standort entstehen zu lassen. Die Leute hier sind sehr sensibilisiert und wissen, was das für eine Gemeinde wie ihre, die Öko-Gemeinde werden will, bedeuten kann. Sie sollten unbedingt darauf drängen, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wird.

Ist für Sie die Sache mit Ihrem Besuch in Münchehofe damit erledigt?

Behm: Nein. Wir haben vereinbart, dass wir in Kontakt bleiben und meine wissenschaftliche Mitarbeiterin den Bürgern alle Informationen aus unserem Netzwerk zu diesem Thema und vor allem zum Genehmigungsverfahren zur Verfügung stellt.